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Opel Steilheck

Astra Electric

ab 37.990 €
Opel Astra Electric
Reichweite WLTP
454 km
Verbrauch WLTP
14.8 kWh/100 km
Leistung
115 kW (156 PS)
0–100 km/h
9.3 s
Vmax
170 km/h
Batterie netto
55.4 kWh
Laden DC max
100 kW
Laden AC max
11 kW
Antrieb
FWD
Sitze
5

Alle Daten

Antrieb & Leistung

Antriebsart
BEV
Leistung (kW)
115 kW
Leistung (PS)
156 PS
Antrieb
FWD
0–100 km/h
9.3 s
Höchstgeschwindigkeit
170 km/h

Batterie & Reichweite

Batterie (netto)
55.4 kWh
Batterie (brutto)
58.4 kWh
Reichweite WLTP
454 km
Verbrauch WLTP
14.8 kWh/100 km

Laden

AC max
11 kW
DC max
100 kW
Systemspannung
400 V

Karosserie & Markt

Karosserie
Steilheck
Fahrzeugkategorie
C - Kompaktklasse
Länge
4374 mm
Sitze
5

Versicherung (Typklassen)

Haftpflicht (KH)
14
Teilkasko (TK)
20
Vollkasko (VK)
22
Einstufung
2024

Hersteller & Markt

Konzern
Stellantis
Herkunftsland
Deutschland
Marktstart
2026
Status
bestellbar
Preis
ab 37.990 €
Datenstand
3. Juni 2026

Auch im Heft

Den Test gibt's als Video — und im Heft (Electric Drive 01/2024).

Getestet in Electric Drive 01/2024, S. 16 — Vernunft und Bauchgefühl

Einleitung

Mit dem Caravan begründete Opel 1953 das Segment der Kombis. Mit dem Astra Electric Sports Tourer liefern die Rüsselsheimer eines der wenigen vollelektrischen Exemplare. Kombis sind ein sehr deutsches Thema, dabei liegen die Vorteile auf der Hand: mehr Raum bei gleichem Footprint, genug Flexibilität für Urlaube, Großeinkäufe oder den Trip zum Möbelmarkt. Die Melange aus viel Raum und Effizienz ist genau das, was vielen Interessenten bislang gefehlt hat.

Ladeleistung

Wir waren Anfang Dezember mit dem Astra unterwegs und da lagen die Außentemperaturen bei etwa 3 °C, also nichts, was der Akkuleistung bzw. der Ladeleistung zuträglich ist. Stichwort Ladeleistung: Hier kann der Astra mit den von der Plattform gewohnten 100 kW Spitzenleistung aufwarten. Ein Thermomanagement gibt es diesbezüglich noch nicht. Allerdings sind die neuen Akkus flüssig temperiert und werden entsprechend vom Fahrzeug im Sommer gekühlt bzw. im Winter vorgewärmt. Nur lässt sich das noch nicht mit einem Ladevorgang synchronisieren.

Fahrleistung

Im Eco-Modus ist der Astra naturgemäß kein Ausbund an Dynamik. Im Normal-Modus lässt er sich hingegen schon sehr gut fahren, wobei man hier dann auch in den Genuss der sehr angenehmen, leichtgängigen Lenkung kommt. Im Sport-Modus ist auch die Lenkung etwas verbindlicher, im Normal- und Eco-Modus ist sie deutlich leichtgängiger, durchaus angenehm, und sehr locker und lässig zu fahren.

Wer die volle Leistung von 156 PS abrufen möchte, muss in den Sport-Modus schalten oder bei den anderen Modi halt entsprechend den Kickdown betätigen. Es ist also kein Problem, jederzeit einen schnellen Überholvorgang zu starten. Wenn man das Gas- bzw. Fahrpedal entsprechend durchdrückt, steht sofort die volle Leistung an.

Im Modus Normal wechselt die Displayfarbe zurück auf ein schönes, beruhigendes Blau. Auf der Landstraße, speziell aber auf der Autobahn, kann man den Fahrspurassistenten aktivieren, der dann nicht nur den Abstand zum Vordermann wahrt, sondern auch die Spur für eine ganze Weile alleine hält, bis man sich nach gut zehn Sekunden wieder bemerkbar machen und am Lenkrad ruckeln muss, damit das Fahrzeug erkennt, dass noch jemand da und vor allem auch aufmerksam ist. Der Fahrspurassistent macht seinen Job im Übrigen sehr gut, bleibt entspannt in der Mitte der Spur, macht keine hektischen Lenkbewegungen, ein offensichtlich ausgereiftes System.

Das Fahrverhalten ist durchweg angenehm und verbindlich. Der Wagen fühlt sich sehr erwachsen an und ist durch die zusätzliche Dämmung, eine aufgebrachte Folie auf Front und den Seitenscheiben Beifahrer und Beifahrer, sehr leise und sehr entspannt zu fahren und kann so seine elektrotypischen Vorteile sehr gut ausspielen. Insgesamt federt der Opel Unebenheiten sehr gut weg, das ist auch dem etwas längeren Radstand gegenüber dem Fünftürer zu verdanken. Die Klassiker wie Gullideckel etc. steckt das Fahrwerk sehr gut weg, und trotz der Leichtgängigkeit kann man es als sehr verbindlich bezeichnen.

Fahrerassistenzsysteme sind ein wesentliches Stichwort bei neuen Fahrzeugen, denn es gibt viele Modelle im Markt, wo diese eher hinderlich als assistierend sind, mitunter sogar eher lästig. Das ist beim Astra nicht der Fall. Alles, was er macht, ist mehr eine Form der sanften Unterstützung oder der sanften Erinnerung, und insofern kann man diese eigentlich getrost alle aktiviert lassen. Da kann man den Opel-Ingenieuren eigentlich nur zu gratulieren, da ist die Abstimmung sehr gut gelungen.

Der nächste wichtige Punkt ist Licht, gerade in der dunklen Jahreszeit. Das wirklich empfehlenswerte Matrix-Licht mit 160 Elementen beim Astra ist optional, LED-Beleuchtung inklusive Tag- und Fahrlicht ist Serie.

Wir waren im Mix aus Autobahn, Landstraße und Stadtverkehr schon auf dem ersten Teil unserer Testrunde mit einem Verbrauch von nur 16,4 kWh/100 km unterwegs, was ein bisschen über dem WLTP-Wert liegt, aber natürlich angesichts der Temperatur rund um den Gefrierpunkt mehr als in Ordnung geht. Die Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h haben wir dabei nicht ausgefahren. Das hat sich angesichts der Verkehrssituation rund um Rüsselsheim nicht ergeben.

Zum Abschluss der Fahrt rollen wir nach rund 90 km Fahrstrecke mit einem Schnitt von 62 km/h wieder auf das Werksgelände und haben dabei einen Durchschnittsverbrauch von 15,8 kWh auf 100 km/h erzielt. Auch dieser Wert liegt oberhalb der WLTP-Angabe, aber nur knapp, und das unter ziemlich widrigen Bedingungen.

Platzangebot

Durch das Kombi-Heck ist das Fahrzeug 26,8 cm länger und bietet einen Laderaum von über 500 Litern bei nutzbarer zweiter Sitzreihe und mehr als 1.500 Litern bei umgelegter Rückbank. Die Rückbank lässt sich im Verhältnis 40/20/40 umklappen. Ladebreite 1,05 m, Ladetiefe 1,05 m, Höhe 80 cm. Die Sitze sind mit Alcantara bezogen und bieten hohen Komfort, optional mit Sitzheizung.

Infotainment

Der Innenraum punktet zudem mit zwei großzügig bemessenen Cup-Holdern und einem größeren Ablagefach, das auch eine induktive Ladefunktion bietet. Beide Fächer können mit einer Schiebeabdeckung verschlossen werden, was auch chaotisch veranlagten Fahrern oder Passagieren ermöglicht, ein aufgeräumtes Auto zu haben.

Das Interieur ist sehr ansprechend gestaltet, die großen Displays gut einsehbar und das User-Interface vergleichsweise gut gemacht, wenn auch nicht ganz intuitiv. Einige Werte wie zum Beispiel die elektrischen Verbräuche sind erst mit zwei oder drei Tastendrücken zu erreichen. Dafür lässt sich das Fahrerdisplay mit einem Knopf im Blinkerhebel sehr schnell zwischen den verschiedenen Darstellungen durchtriggern, sodass alle wesentlichen Infos von Verbräuchen bis hin zu Navigationsinhalten sehr schnell zu erfassen sind.

Alle wesentlichen Funktionen lassen sich im Multifunktionslenkrad bedienen. Rechts liegt alles zur Hand, was Kommunikation und Medien angeht sowie die Mikrofontaste für Sprachbefehle, und links sind die Einstellung für Tempolimiter bzw. Tempomat und den Abstandsassistenten erreichbar.

Zusätzlich gibt es unter dem Informationsdisplay einen Schwung physischer Tasten zur Steuerung wesentlicher Funktionen. In einer oberen Zeile finden sich Sitz- und Lenkradheizung für Fahrer und Beifahrer und die Haupttasten für das Home-Menü, die Klimaregelung sowie die Fahrerassistenzsysteme, die sich dort auf Wunsch mit einem Klick variieren bzw. abschalten lassen. Die zweite Reihe besteht aus Temperatur- und Klimaregelung, und durch den Lüfter lässt sich die Klimafunktion komplett wie gewohnt deaktivieren, falls man mal Energie sparen möchte oder muss, um die letzten Kilometer aus dem Akku herauszukitzeln.

Natürlich bietet der Astra Sports Tourer auch CarPlay bzw. Android Auto. Man kann also alternativ die favorierten Apps auf dem Smartphone nutzen und sich mit diesen navigieren lassen bzw. die entsprechenden Medien nutzen.

Absolut brillant ist das Head-Up-Display, das sehr detaillierte Informationen bzw. intuitiv erfassbare Informationen gerade in Bezug auf die Routenführung darstellt und insofern eine echte Erleichterung darstellt. Vorbei die Zeit der motorisch aufklappenden Kunststoffschirme, im Astra kommt – wie es sein sollte – die Frontscheibe als Reflexionsmedium zum Einsatz, und das Ergebnis ist eine großflächige, scharfe und brillante Darstellung. Die Inhalte sind perfekt kombiniert und keineswegs überladen, wie man es oft im Wettbewerb vorfindet.

Ausstattung

Mit einem Grundpreis von rund 43.500 Euro, also 1.500 Euro Aufpreis im Vergleich zum 5-Türer, ist der Astra Sports Tourer nicht einmal wirklich teuer. Im gleichen Preissegment gibt es durchaus konkurrenzfähige Fahrzeuge, allerdings nur wenige Kombis.

Fazit

Der Opel Astra Sports Tourer Electric ist – wie erwartet – ein sehr praktikables und sehr vernünftiges Auto, das trotzdem ausgesprochen wertig gestaltet ist und insofern sicherlich eine hervorragende Wahl. Die Liebe zum Detail, vom Infotainment bis zu den verwendeten Materialien, macht den pfiffigen Kombi aber zu mehr als einer Vernunftentscheidung. Den Astra kann man auch emotional problemlos rechtfertigen.

Und da ist es doch grandios, wenn Vernunft und Bauchgefühl die gleiche Sprache sprechen.

Dieser Kombi trifft zwei Nerven: Sowohl rational als auch emotional kann der elektrische Sports Tourer aus der Astra-Familie überzeugen, ohne dass man gleich eine Bank ausrauben müsste. Well done, oder besser: bien joué, Opel.

Videos 2

Tests

2023 Opel Astra Electric Fahrbericht | Test Verbrauch Reichweite Preis Leistung Probefahrt 15. Juni 2023

Weitere Videos

2023 Opel Astra Electric! Opel e-Astra auch als Kombi! Technische Daten Abmessungen & Fakten | News 29. November 2022

Im Heft erschienen

Vorgestellt in

  • Vorgestellt in Electric Drive 04/2023, S. 30 — Opel Astra Electric
  • Vorgestellt in Electric Drive 04/2022, S. 52 — Opel Astra Sports Tourer
  • Vorgestellt in Electric Drive 02/2022, S. 66 — Opel Astra (neue Generation)

Getestet in

  • Getestet in Electric Drive 01/2024, S. 16 — Vernunft und Bauchgefühl

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