Hager nutzt die Herbstmessesaison für ein breites Update seines Portfolios: Das Schaltersystem bekommt mit dem Signature-Sortiment eine neue Gestaltungsebene, während die witty-Wallbox-Familie schrittweise auf kommende regulatorische Anforderungen vorbereitet wird. Zwei Produktwelten, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben – und doch denselben Anspruch formulieren: Haustechnik, die sich weder beim Design noch bei der Zukunftssicherheit Kompromisse erlaubt.
Schalter als Gestaltungsmittel
Als Hager im Frühjahr 2026 sein neues Schaltersystem vorstellte, war das Versprechen klar: alle Standardvarianten der Designlinien A.1 und C.1 zum gleichen Preis, einheitliche 55-x-55-mm-Plattform für alle vier Linien inklusive A.8 und C.8. Jetzt folgt die nächste Ausbaustufe. Das Signature-Sortiment bringt 16 zusätzliche Farben für alle vier Designlinien sowie 15 weitere Materialien für die größeren Varianten A.8 und C.8. Wer sein Zuhause ohnehin schon als Gesamtbild denkt, findet hier eine Auswahl, die Schalter endgültig vom technischen Pflichtprogramm zum gestalterischen Element macht.

Für alle, die das Smarte nicht sehen, aber fühlen wollen: Neu im Sortiment ist auch ein vernetzter, Matter-fähiger Drehdimmer. Matter als plattformübergreifender Smart-Home-Standard bedeutet, dass das Gerät direkt mit Apple Home, Google Home und Alexa zusammenarbeitet, ohne Hersteller-Bridge. Dazu kommen der KNX Secure Taster Basic und ein KNX Secure Raumcontroller, die das System für professionelle Gebäudeautomation nach KNX-Standard öffnen. Für Architekten und Bauherren, die elegantes Raumdesign und durchdachte Vernetzung zusammendenken wollen, ist das Signature-Sortiment ein schlüssiges Angebot.
Die Konfiguration läuft über eine Reihe aufeinander abgestimmter digitaler Tools: Design-Assistent Style Hub, Hager Ready, Bestellassistent und Hagerplan teilen eine gemeinsame Design-ID, die Projektdaten von der Gestaltungsidee bis zum Ausschreibungstext durchreicht. Praktisch ist auch der Fast-Selektor, der bereits auf der Baustelle eine schnelle Erfassung von Rahmenanzahl und -größe erlaubt.
Die Wallbox, die auf Vorschriften wartet

Ab Januar 2027 verlangt die EU-Verordnung AFIR von neuen Ladestationen die vollständige Unterstützung von ISO 15118-20:2022, was Funktionen wie Plug & Charge und Smart Charging erst möglich macht. Im April 2027 endet zudem die Übergangsfrist zur geänderten VDE-AR-N 4100:2026-04, die die digitale Steuerbarkeit durch den Netzbetreiber verpflichtend macht. Als empfohlener Kommunikationsstandard gilt dafür EEBUS.
Hager reagiert gestaffelt: witty plus und witty pro erhalten ab Oktober 2026 serienmäßig die Zusatzkarte XVA255 und sind damit ISO 15118-ready. Die EEBUS-Anbindung folgt per Softwareupdate im Januar 2027 – auch für bereits installierte Geräte per Nachrüstung. witty one, die Einfamilienhauslösung, wird ab Januar 2027 technisch aufgewertet: Die Ladeleistung steigt von 11 auf bis zu 22 kW und lässt sich per Drehregler anpassen. witty park 2, gedacht für halböffentliche und öffentliche Bereiche, bekommt das OCPP 2.0.1-Update für Plug & Charge im Januar 2027, die EEBUS-Kommunikation im April 2027.

Das Elektroauto als Pufferspeicher
Der konzeptionell interessanteste Schritt ist witty flex. Die bidirektionale Ladestation ermöglicht Vehicle-to-Home (V2H): Energie aus der Fahrzeugbatterie fließt bei Bedarf ins Gebäude oder in einen stationären Speicher, statt ungenutzt zu bleiben. In Verbindung mit dem Energiemanager flow kann das Elektroauto ausgewählte Verbraucher oder das gesamte Haus versorgen; die Software AI360 erlaubt zudem die Nutzung dynamischer Stromtarife und die Teilnahme am Strommarkt.
Besonders durchdacht ist der sogenannte Shift Mode: Das Auto lädt zunächst einen lokalen Pufferspeicher mit konstant hoher Leistung auf – was einen wirtschaftlich sinnvollen Wirkungsgrad für die Rückeinspeisung sichert. Den schwankenden Gebäudebedarf deckt anschließend der lokale Speicher, der dadurch kleiner dimensioniert werden kann. In einem eigenen Feldtest erreichte das System eine Autarkie von bis zu 62 Prozent. witty flex ist ab dem ersten Quartal 2027 verfügbar. Zusammengenommen stehen die Herbstneuheiten von Hager für ein klares Programm: intelligente Vernetzung der witty-Wallboxen auf der einen Seite, vielfältige Gestaltungsoptionen für smarte Schalter auf der anderen.
Häufige Fragen
Was ist das Signature-Sortiment von Hager?
Das Signature-Sortiment erweitert Hagers Schaltersystem um 16 zusätzliche Farben für alle vier Designlinien (A.1, C.1, A.8, C.8) sowie 15 weitere Materialien für die größeren Linien A.8 und C.8. Es baut auf der einheitlichen 55-x-55-mm-Plattform auf.
Ist der neue Hager Drehdimmer Matter-kompatibel?
Ja. Der neue Drehdimmer ist vernetzbar und Matter-fähig. Matter ist ein plattformübergreifender Smart-Home-Standard, der eine direkte Einbindung in Apple Home, Google Home und Amazon Alexa ohne separate Bridge ermöglicht.
Was bringt die Zusatzkarte XVA255 für die witty-Wallboxen?
Die XVA255 macht witty plus, witty pro und witty one ISO 15118-ready und bereitet sie für Plug & Charge sowie Smart Charging vor. Für witty plus und witty pro wird sie ab Oktober 2026 serienmäßig integriert; bereits installierte Geräte können nachgerüstet werden.
Was kann witty flex und wann ist sie verfügbar?
witty flex ist eine bidirektionale Ladestation mit Vehicle-to-Home-Funktion (V2H). Sie kann Energie aus der Fahrzeugbatterie ins Gebäude einspeisen und arbeitet mit dem Energiemanager flow sowie Photovoltaik- und Speicherlösungen zusammen. Verfügbar ab Q1 2027.
Was ändert sich durch AFIR und VDE-AR-N 4100 für Wallboxen?
Ab Januar 2027 müssen neue Ladestationen laut EU-Verordnung AFIR ISO 15118-20:2022 unterstützen. Ab April 2027 wird durch die VDE-AR-N 4100:2026-04 die digitale Steuerbarkeit durch den Netzbetreiber verpflichtend; EEBUS ist der empfohlene Kommunikationsstandard.
Was ist der Shift Mode bei witty flex?
Im Shift Mode lädt witty flex zunächst einen lokalen Pufferspeicher mit konstanter Leistung, um einen effizienten Wirkungsgrad zu erreichen. Der schwankende Gebäudebedarf wird aus dem lokalen Speicher gedeckt. Hager erzielte damit in einem Feldtest bis zu 62 Prozent Autarkie.
