Im 42-Höheneinheiten-Rack eines Berliner Penthouses hat der Sonos Amp Multi gerade für Ordnung gesorgt: Dreizehn einzelne Sonos Amps versorgten dort bislang die Lautsprecher einer 480 Quadratmeter großen Wohnung, nun übernehmen drei Amp Multi den Großteil dieser Arbeit. Die Wohnung liegt in einem denkmalgeschützten Haus im gehobenen Berliner Zentrum und verbindet historische Architektur mit modernem Luxus, mit mehreren Balkonen und einer großen Dachterrasse mit Blick über die Stadt. Verantwortlich für die Technik ist der Systemintegrator ControLED, der seit 2017 für den Eigentümer arbeitet.
Ein Haus, das mitgewachsen ist

Die Anforderungen des Bauherrn waren klar umrissen: Das Audiosystem sollte intuitiv bedienbar sein, im ganzen Haus hochwertig klingen und sich in ein KNX-Gebäudemanagement einfügen. Dieses KNX-System steuert Licht, Beschattung, Klima, Sicherheit und Überwachung. ControLED plante dafür zunächst ein Sonos-System mit 13 Zonen, das in diese KNX-Umgebung integriert wurde.
Die erste Ausbaustufe erfüllte ihren Zweck. Allerdings beanspruchten die 13 einzelnen Verstärker in der zentralen Technikzentrale viel Platz und machten das System komplexer, als es sein musste. ControLED-Chef Tim Skrok beschreibt das so: Es habe hervorragend funktioniert, aber den Raum zugestellt, und man habe die Chance gesehen, die Installation aufgeräumter, effizienter und leichter verwaltbar zu machen. Gesucht war also eine Lösung, die verdichtet, ohne Flexibilität, Bedienung und Zuverlässigkeit zu opfern.

Drei Geräte für dreizehn Zonen
Die Antwort lieferte der Sonos Amp Multi. Nach Herstellerangaben handelt es sich um einen 8-Kanal-Streamingverstärker mit je 125 Watt an 8 Ohm, dessen Ausgänge sich frei bis zu vier unabhängigen Zonen zuordnen lassen. Jeder Ausgang versorgt bis zu drei Sonos-Architectural-Lautsprecher, ein Gerät kommt so auf maximal 24 Lautsprecher. Im Penthouse sitzen nun drei dieser Geräte im Rack, dazu ein einzelner klassischer Sonos Amp für eine zusätzliche Zone. Rechnerisch passt das: Dreimal vier Zonen plus eine ergibt die 13 Zonen des Hauses.

Das Prinzip dahinter ist schnell erklärt. Wo bisher jede Zone einen eigenen Verstärker belegte, teilt sich ein Amp Multi mehrere Zonen. Die Endstufen arbeiten laut Hersteller mit Galliumnitrid-Technik (GaN) und kommen ohne Lüfter aus. Für ein Rack, das in einer Wohnung steht und nicht in einem Rechenzentrum, ist das kein Detail. Dazu passt Skroks Hinweis, dass weniger Verstärker auch die Energieeffizienz verbessern. Das helfe besonders in der Stadt, wo Spannungseinbrüche und hohe Stromspitzen zu Hardwarefehlern führen könnten.
Das Vorher-nachher-Bild des Racks beschreibt Skrok als sofort ersichtlich: Man habe sehr viel Hardware entfernt und eine deutlich aufgeräumtere, professionellere Installation geschaffen. Das passt zur Positionierung des Geräts, das Sonos laut Berichten ausschließlich über zertifizierte Installationspartner vertreibt. Einen festen Preis nennen die Quellen nicht; ein Fachhändler führt ihn als „auf Anfrage“.

Audio, das mit der Alarmanlage geht
Wichtiger als die Gerätezahl ist im Alltag die Einbindung. Alle Signale laufen zentral vom Technikraum zu einem Netz aus Einbau-Architekturlautsprechern in der gesamten Wohnung. Das Sonos-System ist über eine Gira-HomeServer-Plattform in die KNX-Infrastruktur eingebunden, sodass die Audiofunktionen neben den übrigen Gewerken laufen. KNX ist dabei der Standard für die Gebäudeautomation, in dem Licht, Beschattung und Klima zusammenlaufen.

Ein Beispiel aus dem Penthouse: Verlässt der Bewohner die Wohnung und schaltet am 19-Zoll-Touchpanel im Eingangsbereich die Alarmanlage scharf, stoppt die Musik automatisch. Skrok nennt die Integration einen der ursprünglichen Gründe, warum er Sonos empfohlen habe. Das Audiosystem arbeite selbstverständlich mit dem restlichen Smart Home zusammen. Solche Verknüpfungen sind kein Hexenwerk, sie entscheiden aber darüber, ob ein Haus als Ganzes funktioniert oder als Sammlung von Inseln.
Ergänzt wird die Anlage durch einen eigenen High-End-Heimkinoraum. Dort verbindet ein Sonos Port das System mit klassischer Audiotechnik. Eine vollständig zentralisierte Verkabelung hält das Ganze, so die Projektbeschreibung, im ganzen Haus gleichförmig und leicht wartbar.

Vertraute Oberfläche, neue Klangqualität

Hier liegt aus Sicht der Redaktion der eigentliche Gewinn des Umbaus. Die Bewohner behalten die Bedienung, die sie kennen: Räume lassen sich einfach gruppieren, Dienste wie Spotify laufen wie gewohnt, und die Steuerung über mehrere Zonen bleibt eingängig. Was sich ändert, liegt hinter der Wand und im Rack. Akustik und Integration heben das Projekt auf ein deutlich höheres Niveau, ohne dass jemand umlernen muss. Genau das gelingt in der Praxis selten, denn Technikmodernisierungen kosten Bewohner oft mehr Eingewöhnung, als sie ihnen an Komfort bringen.
Der Hersteller liefert für die Klangseite eine Erklärung: Der Amp Multi bringt das Abstimmungswerkzeug ProTune mit, mit dem Installateure pro Kanal einen 10-Band-parametrischen Equalizer sowie Verstärkung und Verzögerung einstellen können. Wie genau ControLED im Penthouse davon Gebrauch gemacht hat, steht in der Projektbeschreibung allerdings nicht. Eine Aussage über den Klang bleibt daher eine Einordnung der Redaktion, keine gemessene Größe.

Ein bekannter Name aus der Szene
ControLED ist Stammlesern von Smart Homes ohnehin bekannt, der Systemintegrator taucht in unserer Berichterstattung nicht zum ersten Mal auf. Dass er hier eine Bestandsanlage verfeinert, statt ein Haus von Null auf zu verkabeln, ist bezeichnend: Die Zusammenarbeit mit dem Eigentümer reicht bis 2017 zurück, und die Anlage hat sich mit dem Haus weiterentwickelt. Auch der Bauherr scheint zufrieden. Nach der guten Erfahrung mit Sonos ließ er laut Projektbeschreibung mehrere weitere Wohnungen mit Sonos-Systemen ausstatten.

Einordnen lässt sich das Projekt als Beispiel für eine Entwicklung, die im gehobenen Wohnen zunimmt: Systeme werden nicht einmal geplant und dann nie wieder angefasst, sondern wachsen und werden nachverdichtet. Der Amp Multi ist dafür gebaut, denn er soll mehrere Einzelverstärker im Rack ersetzen, und mehrere Geräte lassen sich kombinieren, um Systeme schrittweise zu erweitern. Innerhalb eines Sonos-Systems sind laut Anbieterangaben bis zu 32 Zonen möglich. Das Berliner Penthouse nutzt davon gut ein Drittel.
Photos: Ken Schluchtmann, diephotodesigner.de
