Die Furion Taran ist nach dem keltischen Donnergott Taranis benannt und kommt trotzdem ohne jedes Klanggewitter aus. Das Elektromotorrad aus Frankreich treibt beide Räder an, jedes mit einem eigenen Motor, und genau das macht es zu einer Seltenheit.

Ein Motorrad mit Allradantrieb wäre schon für sich eine Sensation. Mit Elektromotoren ist es zudem deutlich einfacher zu bauen als mit einem Verbrenner. Dass dieses Motorrad obendrein rekuperiert, ist selten genug. Furion will das mit der Taran Wirklichkeit werden lassen, allerdings als limitierte Kleinserie.

Motoren im Rad, Physik im Vorteil

Furion Taran Elektromotorrad in Rot-Schwarz mit blauem LED-Streifen, Studioaufnahme von schräg hinten
Die Furion Taran fährt mit Allradantrieb: In beiden Rädern sitzt ein Axialfluss-Motor. Quelle: Furion

Sowohl im Vorder- als auch im Hinterrad sitzt ein Axialfluss-Motor. Bei dieser Bauweise stehen sich Spulen und Magnet mit zwei Scheiben gegenüber. Im Verhältnis zum Drehmoment fällt der Motor schmal und leicht aus, was bei der ungefederten Masse am Rad besonders zählt. Zusammen leisten die beiden bis zu 240 kW, also 326 PS, elektronisch verteilt.

Das System heißt Eversor und stammt von Furion. Die Axialfluss-Motoren drehen gegenläufig zu den Rädern, was das Handling verbessern soll. Der Effekt könnte die Nachteile der ungefederten Masse teilweise ausgleichen. Auch den Schlupf am jeweiligen Rad regelt die Software.

Bremsen und Strom tanken

Furion Taran Elektromotorrad mit Allradantrieb in Rot-Schwarz, seitliche Studioansicht
Das Design der Taran: futuristisch-agressiv. Man liebt es – oder eben nicht. Quelle: Furion

Beim Bremsen verlagert sich die Last nach vorn. Genau dort setzt Eversor an: Der Motor im Vorderrad fängt die Energie ab, bis zu 77 Prozent sollen als Strom in den Akku zurückfließen. Gemessen wurde auf einem rollenden Prototyp ein Wert von 7,9 kW, 76 Prozent der Spitzenleistung des Motors. Die übrigen Zahlen stammen aus Simulationen, die auf Messungen am Prototyp beruhen. Die Validierung läuft derzeit mit 48 Volt, der Schritt auf 400 Volt steht als Nächstes an.

Die Simulationen versprechen 20 bis 30 Prozent mehr Reichweite bei gleicher Batteriegröße. Der 20-kWh-Akku soll bis zu 200 Kilometer schaffen, bei rund 10 kWh Verbrauch pro 100 Kilometer. Dafür wiegt das Motorrad inklusive Batterie moderate 230 Kilogramm.

Vom Hybrid-Prototyp zur roten Skulptur

Seit 2018 baut Furion Prototypen, zuletzt die hybride M2 mit Elektromotor im Vorderrad und Verbrenner hinten. Mit der Taran wird das Programm rein elektrisch. Die rote, futuristische Verkleidung zeichneten Takumi Yamamoto und die Agentur Pigment. Furion will Eversor an Hersteller lizenzieren, die Taran zeigt, was die Technik kann.

Schwarze Felge mit integriertem Axialfluss-Nabenmotor der Furion Taran, Schrägansicht
In jede Felge der Furion Taran ist ein Axialfluss-Motor integriert – zusammen leisten beide Einheiten bis zu 240 kW.

Was noch offen ist

Die Präsentation ist für Herbst 2026 geplant. Zu Produktionsstart und Stückzahl liegen keine Angaben vor, ebenso wenig zum Preis. Reservierungen sollen bald online möglich sein, Testfahrten sind angekündigt. Massentauglich dürfte die Taran preislich kaum werden, und das passt zu einer Kleinserie. Als Technikdemonstration mit Charakter taugt sie aber allemal.

Häufige Fragen

Wie stark ist die Furion Taran?

Die beiden Axialfluss-Motoren in Vorder- und Hinterrad leisten zusammen bis zu 240 kW (326 PS) Spitzenleistung. Die Leistung wird per Software auf beide Räder verteilt.

Wie weit kommt die Furion Taran?

Mit dem 20-kWh-Akku sollen bis zu 200 Kilometer möglich sein, bei rund 10 kWh Verbrauch pro 100 Kilometer. Der Wert gilt als Messung im Realbetrieb, nicht im Homologationszyklus.

Was ist Eversor?

Eversor ist Furions Antriebssystem mit Axialfluss-Motoren in den Rädern, gegenläufiger Drehrichtung und softwaregesteuerter Leistungs- und Schlupfregelung. Es soll bis zu 77 Prozent der Bremsenergie zurückgewinnen.

Wie schwer ist die Furion Taran?

Die Taran wiegt 230 Kilogramm, inklusive Batterie.

Wann kann man die Furion Taran reservieren?

Reservierungen sollen bald online möglich sein, Testfahrten sind angekündigt. Die Präsentation der Taran ist für Herbst 2026 geplant.