Honda will Elektroautos künftig dort laden, wo sie ohnehin sind: auf der Straße. Honda R&D hat gemeinsam mit Taisei Corporation und Taisei Rotec die Basistechnik für ein magnetisch gekoppeltes, kabelloses Ladesystem im Asphalt entwickelt, das EVs während der Fahrt mit Strom versorgt. Tests auf öffentlichen Straßen sind ab dem japanischen Geschäftsjahr 2027 geplant, das am 1. April 2027 beginnt.

Der Ansatz zielt zuerst auf Logistik und Transport. Die in die Fahrbahn eingelassenen Einheiten sollen Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von rund 20 Tonnen tragen. Honda nennt eine Weltneuheit: Wechselrichter und Spule sind in einer einzigen Einheit vereint, die Energie fließt per Gleichstromverteilung. Das spart laut Quelle Bauteile und Installationsaufwand. Die Einheiten lassen sich in gefräste Bestandsfahrbahnen einsetzen und bei künftigen Belagserneuerungen nachrüsten.


Honda arbeitet seit 2021 an der Technik, mit Taisei seit 2025 an dem Straßensystem. Bisher lief alles auf einer Testfahrbahn in Satte. Ab Ende 2026 entsteht eine weitere in Tamura. Dort stehen ein Belastungstest mit dem Äquivalent von einer Million Radlasten (49 kN pro Rad), Leistungstests und Untersuchungen zu austretenden elektromagnetischen Feldern an. Später sollen bis zu 150 kW und hohe Fahrgeschwindigkeiten geprüft werden. Zudem beteiligen sich die drei Firmen am „Tateyama Project“ von NEXCO East auf der Tateyama Expressway in Chiba.

Der Nutzen wäre handfest: Wer unterwegs Strom bekommt, muss seltener zu Hause oder an der Säule laden. Ob aus dem Versuchsasphalt je ein Netz wird, entscheiden die Praxistests. Zu sehen ist die Technik auf der Japan Mobility Show Bizweek (13. bis 16. Oktober) und dem ITS World Congress (19. bis 23. Oktober 2026).
