Der Opel STX Concept sieht aus, als hätte jemand dem Kombi das Sonntagsbrav-Image ausgezogen und ihm stattdessen 22-Zöller angezogen. Auf der Mondial de l’Auto in Paris (12. bis 18. Oktober) steht er auf dem Opel-Stand A42 in Halle 4, und die Rüsselsheimer meinen es ernst: Hier gibt es eine Designstudie mit Ausblick auf das, was kommt.

Opel hält dem Kombi, Verzeihung, dem Sports Tourer die Stange. In einer Zeit, in der Crossover alles überrollen, ist das eine Haltung. Und sie hat Tradition: 1953 brachte Opel den Olympia Rekord Caravan, später folgten Kadett Caravan und viele mehr bis zum jüngsten Astra Sports Tourer.

Opel STX Concept in Silber, Heckansicht von oben mit rotem LED-Lichtband und OPEL-Schriftzug
Das Heck des Opel STX Concept trägt den Markennamen als leuchtendes LED-Display – ein Vorgeschmack auf künftige Opel-Serienmodelle. Quelle: Opel

Ein Name, der Programm ist

STX steht für Sports Tourer eXperimental Concept. Das „ST“ kennt man von den Sports-Tourer-Modellen mit dem Blitz. Die Studie symbolisiert zugleich die nächste Stufe der Opel-Designphilosophie. Sie soll beweisen, dass Technik die Emotionen im Auto nicht verdrängen muss. Das ist die eigentliche Botschaft: Über all den modernen Technologien soll in Rüsselsheim das Gefühl am Steuer nicht verschwinden.

Das Gesicht wird höher

Opel STX Concept in Silber mit gelbgrünen Streifen, Vogelperspektive, aktive Aerodynamik-Elemente sichtbar
Das Opel STX Concept verbindet Kombi-Praktikabilität mit Sportwagenästhetik – Premiere auf dem Pariser Autosalon 2026. Quelle: Opel

Während viele Elektroautos auf ein ultraschlankes Gesicht setzen, fällt der Opel Vizor hier höher und prominenter aus, passend zur Fahrzeuggröße. Vertikal geneigte Lamellen bilden den Rand der Lichtsignatur und laufen zur Mitte hin sanft aus. Im Zentrum sitzt der beleuchtete Blitz als Mitte des Opel Kompass, die Bügelfalte der Motorhaube wird vom scharfen Frontdesign betont.

Das Heck fällt steil ab, was zusätzlichen Raum im Ladeabteil bringt. Schmale, leuchtende Kompass-Achsen und ein illuminierter OPEL-Schriftzug prägen es, die horizontalen Rückleuchten greifen die Lamellen der Front auf. Glas-Lichtstreifen an den C-Säulen setzen sich im Dach fort, illuminierte STX-Schriftzüge zieren die Flanken. Kameras ersetzen die Außenspiegel.

Opel STX Concept: Detailaufnahme des beleuchteten Opel Vizor mit Blitz-Logo an der Fronthaube
Der neu interpretierte Opel Vizor des STX Concept leuchtet als markantes Designelement – ein Vorgeschmack auf künftige Serienmodelle. Quelle: Opel

Windschlüpfig mit Showeffekt

Die silber-blau schimmernde Studie hat kurze Überhänge, ausgestellte Radhäuser und eine niedrige Silhouette, ausgelegt auf Effizienz und Stabilität bei hohem Autobahntempo. Die Leichtmetallräder im Drei-Zonen-Design tragen Goodyear-Reifen im Format 285/35 R22.

Ein aktives Aerodynamiksystem passt das Auto laufend an die Fahrsituation an. Bei entsprechendem Tempo fahren blau gefärbte Diffusoren unter dem Heck hervor, hinter den Rädern schieben sich vertikale Stoßfängerelemente seitlich nach hinten aus. Das soll Luftwiderstand senken und Reichweite, Spurtreue und Fahrspaß erhöhen. Unter dem Blech arbeiten eine Elektroarchitektur und Allradantrieb, die Höchstgeschwindigkeit liegt über 200 km/h.

Opel STX Concept – blauer Modellschriftzug auf glänzend-schwarzer Karosserie mit blauer Ambientebeleuchtung
Der Schriftzug „STX Concept" steht für Sports Tourer eXperimental Concept – Opels elektrische Kombi-Studie. Quelle: Opel

Malen mit Licht im Innenraum

Im Interieur führt Opel den „Painting with Light“-Gedanken des Opel Experimental von 2023 und des Corsa GSE Vision Gran Turismo von 2025 weiter, mit immersiven Lichtelementen und speziellen Leichtbausitzen. Opel CEO Florian Huettl, Marketingchefin Rebecca Reinermann und Designchef Mark Adams stellen die Studie am Montag, 12. Oktober, ab 11:00 Uhr vor. Als Showcar trägt sie bereits Elemente kommender Opel-Modelle in sich. Ob daraus am Ende ein Serienkombi wird, entscheidet nicht die Messe, aber die Richtung stimmt.