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Porsche Stufenheck

Taycan Turbo

ab 175.600 €
Porsche Taycan Turbo
Reichweite WLTP
630 km
Verbrauch WLTP
18 kWh/100 km
Leistung
650 kW (884 PS)
0–100 km/h
2.7 s
Vmax
260 km/h
Batterie netto
97 kWh
Laden DC max
322 kW
Laden AC max
11 kW
Antrieb
AWD
Sitze
5

Alle Daten

Antrieb & Leistung

Antriebsart
BEV
Leistung (kW)
650 kW
Leistung (PS)
884 PS
Antrieb
AWD
0–100 km/h
2.7 s
Höchstgeschwindigkeit
260 km/h

Batterie & Reichweite

Batterie (netto)
97 kWh
Batterie (brutto)
105 kWh
Reichweite WLTP
630 km
Verbrauch WLTP
18 kWh/100 km

Laden

AC max
11 kW
DC max
322 kW
Systemspannung
800 V

Karosserie & Markt

Karosserie
Stufenheck
Fahrzeugkategorie
F - Oberklasse
Länge
4963 mm
Sitze
5

Versicherung (Typklassen)

Haftpflicht (KH)
18
Teilkasko (TK)
28
Vollkasko (VK)
28
Einstufung
2024

Hersteller & Markt

Konzern
VW-Konzern
Herkunftsland
Deutschland
Marktstart
2024
Status
bestellbar
Preis
ab 175.600 €
Datenstand
3. Juni 2026

Einleitung

Permanenterregt beschreibt eigentlich eine technologische Grundlage bei Elektromotoren. Im Taycan Turbo gilt das aber auch für den Fahrer. Eine Woche mit Elektromobilität vom Feinsten. Weiß steht der Testwagen da, artgerecht flach und ein typischer Porsche. Die Familienzugehörigkeit ist dem Taycan nicht abzusprechen, auch wenn der erste vollelektrische Sportwagen der Marke unter dem Blech so viel neue Technik verbirgt, dass sich seine fossil betriebenen Geschwister eigentlich sofort ins Deutsche Museum wegschämen müssten. Nach den ersten Tests bei Fahrveranstaltungen konnten wir den Taycan erstmals ausgiebig fahren. Ein wichtiger Punkt, denn erst im Alltag erkennt man Stärken und Schwächen eines Automobils wirklich.

Technik

800 Volt ist eines der Stichworte, das Technikkennern den Batteriesaft im Munde zusammenlaufen lässt. Als erstes Serienfahrzeug kann der Porsche mit dieser Betriebsspannung aufwarten, die dafür sorgt, dass der Strom schneller aus der Batterie zum Motor, bei entsprechender Ladetechnik aber auch von draußen wieder in die Batterie gelangen kann. Die ungezügelte Verfügbarkeit elektrischer Energie ist der eine Faktor für die brachialen Leistungen des Taycan, der andere sind Zutaten wie das Zweiganggetriebe – noch so eine Besonderheit in Sachen Technik. Und dann ist da natürlich noch das Permanenterregte, nämlich die zwei Motoren an Vorder- und Hinterachse. Die elektrische Motorleistung von 500 kW rechnet sich in vertraute 680 PS um. Wer mehr will, kann auch noch einen Taycan Turbo S ordern. Der hat 560 kW (760 PS), braucht bis auf 100 km/h nur noch 2,8 Sekunden und läuft ebenfalls 260 Sachen.

Ladeleistung

Theoretisch könnte der Taycan wegen seiner 800 Volt-Technik mit 270 kW laden, die Kollegen des P3 Charging Index bescheinigen ihm auch, mit durchschnittlich 224 kW im Alltag das aktuell am schnellsten befüllbare Elektroauto zu sein. Bei unserem Ladestopp in Bad Honnef an einer Ionity-Säule waren es 150 kW, und das auch nur zu Anfang. Nach etwa einer halben Stunde war der Taycan wieder randvoll. Das Paarungsritual zwischen Auto, Säule und aktuell noch unvermeidlichem Identifikationsmerkmal wurde allerdings bei schlechtem Wetter zum feuchtfröhlichen Geduldsspiel. Die Ladeplätze sind mit dicken Betonpollern abgegrenzt, während man als Fahrer des mutmaßlich modernsten Elektroauto im wahrsten Sinne des Wortes ziemlich im Regen steht.

Fahrleistung

Unsere erste Fahrt führte von Stuttgart nach Düsseldorf, knapp 400 Kilometer. Mit sanftem Gasfuß und etwa 100 Sachen rutschten wir unter die 20 kWh/100 km-Marke. Nach etwa 250 km hatte sich der Schnitt bei knapp über 18 kWh eingependelt – Respekt. Doch das kann nicht der Lebenszweck des Zuffenhausener Elektroboliden sein. Im Sport-Modus reicht schon ein leichter Druck aufs Fahrpedal, und das weiße Geschoss frisst den Asphalt nur so in sich hinein. Die Beschleunigung will gar nicht enden, selbst jenseits der 200 km/h ist der Geschwindigkeitszuwachs atemberaubend. Es ist nicht nur die Längsbeschleunigung, die komplette Fahrdynamik des Porsche ist phänomenal. Selbst in engen Autobahnkurven fühlt man sich im Taycan unglaublich sicher. In 3,2 Sekunden ist die 100er-Marke absolviert, die Endgeschwindigkeit liegt bei 260 km/h. Bei 100 auf der Autobahn fühlt man sich gegängelt wie der Formel-Fahrer in der Boxengasse.

Platzangebot

In den Taycan passt weder eine Waschmaschine noch das Urlaubsgepäck für die Familie.

Infotainment

Viele Displays informieren über alles, vom Zustand des Autos bis zu allen Varianten des Infotainments. Eins davon ist eigentlich für den Beifahrer gedacht und zeigt zunächst einmal nur einen schicken Taycan-Schriftzug an. Hat man seinen Account hinterlegt, dann musiziert der Taycan sogar via Streaming von Apple Music. Das zweite Display im Armaturenbrett kann sich der Beifahrer verlustieren, doch wer allein unterwegs ist, blendet sich dort eben weniger relevante Informationen ein. Dazu kommt der vielfältig konfigurierbare Tacho, der ganz nach Gusto mehr oder weniger Informationen anzeigt. Selbst zur Bedienung von Heizung und Klima wurde ein Touchscreen verbaut. Der Drive Mode-Drehregler variiert den Antrieb des Taycan ohne große Umwege über Bildschirmmenüs. Genial: Das in x Variationen einstellbare Display beim Rangieren. Ob Draufsicht, Blick zu den Seiten oder aus der Vogelperspektive hinten aufs eigene Auto – der Taycan hat es drauf.

Ausstattung

Das Mehr an Vergnügen beim Turbo S steigert allerdings den ohnehin nicht budgetfreundlichen Einstiegspreis von gut 150.000 Euro auf satte 185.000 Euro, Extras nicht eingeschlossen. Ansonsten ist alles Porsche wie gewohnt. Anfassqualität, Optik und generell das Innenraumkonzept lassen keine Zweifel aufkommen. Natürlich ist alles so verarbeitet, wie man das von einem Porsche erwartet. Vor allem aber ist alles so gestaltet, wie es sich für den Porsche der Zukunft gehört.

Fazit

Ist der Taycan nun die Ultima Ratio in Sachen Elektromobilität? Ja, sofern Sie einen Sportwagen wollen. Einen echten, der nicht nur geradeaus fahren kann. Nein, wenn Sie auch den Faktor Vernunft einrechnen. Aber Fakt ist, mit dem Taycan hat Porsche das aktuell faszinierendste Elektroauto auf die Räder gestellt, das man sich für viel Geld kaufen kann. Wohl DER Sportwagen unter den Elektrischen. Brachiale Leistung, fabelhaftes Fahrverhalten und hohe Dauerbelastbarkeit. Allerdings hat State-of-the-Art-Technik eben auch ihren Preis. Dennoch ein echter Lichtblick im E-Mobilitäts-Segment.

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Im Heft erschienen

Getestet in

  • Getestet in Electric Drive 03/2020, S. 14 — Permanenterregt

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