Manche Fahrradmodelle wechseln nur das Firmenschild, andere bekommen dabei einen echten Neustart. Der Scott Sweep ist ein Fall der zweiten Sorte: Die Schweizer Sportmarke übernimmt eine Urban-Pedelec-Linie, die bislang unter dem Dach ihrer Hamburger Tochter Bergamont lief, und bringt sie nun unter eigenem Namen auf den Markt – aufgefrischt, dreigeteilt und konsequent auf den Bosch-Hecknabenantrieb aus der Hub Line ausgerichtet.

Stromlinien statt Schaltkästen

Bosch Hecknabenmotor „Hub Drive" mit Kassette im Hinterrad des Scott Sweep Pedelecs
Der Bosch-Hecknabenmotor liefert 45 Nm und 400 W Spitzenleistung – gemeinsames Herzstück aller drei Scott-Sweep-Modelle. Quelle: Bosch

Was den Sweep im Stadtverkehr sofort von der Masse abhebt, ist das, was man nicht sieht. Der Bosch-Hecknabenmotor verschwindet unauffällig in der Nabe, der 360-Wh-PowerTube-Akku sitzt vollintegriert im Rahmen. Kein wuchtiger Mittelmotor, keine klobige Akkudose am Unterrohr. Mit 45 Nm Drehmoment und 400 W Spitzenleistung ist der Antrieb auf harmonische Unterstützung ausgelegt, nicht auf Schubkraft-Spektakel. Das passt zum Stadtfahrrad-Versprechen: Der Motor soll die Lücke zwischen eigenem Tritt und Rückenwind schließen, nicht das Fahren übernehmen.

Der Akku lässt sich mit einem Handgriff entnehmen und daheim oder im Büro laden, was in städtischen Altbauten ohne Kellerabstellplatz kein unwichtiges Detail ist. Wer regelmäßig längere Strecken fährt, kann zudem auf den Bosch PowerMore 250-Wh-Range-Extender zurückgreifen. Die Aluminium-Rahmenplattform ist für ein Systemgewicht von bis zu 130 kg ausgelegt und damit alltagstauglich auch mit Gepäck und Winterjacke.

Scott Sweep Pedelec in Weiß mit Bosch-Hecknabenantrieb, Scheibenbremsen und Schwalbe-Reifen vor gelbgrünem Hintergrund
Der Scott Sweep setzt auf einen integrierten, herausnehmbaren 360-Wh-PowerTube-Akku im Unterrohr. Quelle: Scott

Drei Wege durch denselben Kiez

Scott Sweep Pedelec in Weiß mit lila Akzenten, Schwalbe-Super-Moto-Reifen und integr. Akku im Rahmen
Das Scott Sweep mit starrer Gabel entspricht dem sportlichen Sweep 10 – der Bosch-Akku ist direkt im Rahmen integriert und herausnehmbar. Quelle: Scott

Die Sweep-Kollektion zeigt, dass eine Plattform nicht gleichbedeutend mit Einheitsbrei sein muss. Das Sweep 10 ist der Purist der Reihe: starre Gabel, sportlich abgestimmte Geometrie, eine einteilige Syncros-Lenker-Kombination und ein cleanes Weiß mit markanten Grafiken. Wer das Fahrrad als Sportgerät begreift und auf Kopfsteinpflaster eher aus dem Weg geht, wird hier fündig. Praktisch: Die minimalistischen Seitentaschen-Halterungen tragen bis zu 8 kg.

Das Sweep 20 denkt die gleiche Plattform für entspanntere Gemüter weiter. Ein verstellbarer Vorbau erlaubt eine aufrechte Sitzposition, eine Federgabel mit 75 mm Federweg macht Berliner Pflastersteine erträglicher. Der Racktime-Gepäckträger schluckt bis zu 25 kg, eine integrierte SP-Connect-Halterung nimmt das Smartphone auf. Das Sweep 20 Wave teilt sämtliche Ausstattungsmerkmale seines Schwestermodells, senkt aber den Rahmen deutlich ab – für alle, die im Stop-and-Go-Verkehr häufig absitzen müssen oder generell einen tieferen Einstieg bevorzugen. Alle drei Modelle kommen ab Werk mit Schutzblechen, integrierter Beleuchtung und Fahrradständer.

Scott Sweep Unterrohr mit integriertem herausnehmbaren PowerTube-Akku, weißer Rahmen
Der 360-Wh-PowerTube-Akku sitzt bündig im Unterrohr des Scott Sweep und lässt sich für das Laden entnehmen. Quelle: Scott

Was hinter dem Namensschild steckt

Scott Sweep 10 (weiß) und zwei Sweep 20-Modelle (grau) in Diamant- und Wave-Rahmen vor lila Hintergrund
Die Scott-Sweep-Familie: Sweep 10 (weiß, links), Sweep 20 und Sweep 20 Wave (grau, rechts) mit Bosch-Hecknabenmotor. Quelle: Scott

Wer die Abstammungslinie kennt, erkennt hier die DNA einer Bergamont-Linie, die nun unter Scott-Flagge segelt. Das ist keine Kritik, sondern Kontext: Scott hat mit dem Sweep eine bewährte Urban-Pedelec-Plattform aufgegriffen und sie mit dem neuen Bosch-Hecknabenantrieb kombiniert, der erst kürzlich in der Hub Line Einzug gehalten hat. Das Ergebnis ist ein E-Bike-Angebot, das den Einstieg in elektrisches Stadtfahren niedrigschwellig gestalten will – ohne Technikhürde, ohne Eingewöhnungsaufwand, dafür mit drei charakterlich klar differenzierten Varianten. Für wen welches das richtige ist, hängt weniger am Budget als am eigenen Fahrstil.

Häufige Fragen

Welche drei Modelle gehören zur Scott-Sweep-Kollektion?

Scott bietet den Sweep in drei Varianten an: das sportliche Sweep 10 mit starrer Gabel, das komfortable Sweep 20 mit 75-mm-Federgabel und verstellbarem Vorbau sowie das Sweep 20 Wave mit identischer Ausstattung wie das Sweep 20, aber deutlich tieferem Einstieg.

Welchen Motor und Akku verwendet der Scott Sweep?

Alle drei Modelle nutzen den Bosch-Hecknabenmotor aus der Hub Line mit 45 Nm Drehmoment und 400 W Spitzenleistung. Der vollintegrierte Bosch PowerTube-Akku fasst 360 Wh und lässt sich für das Laden einfach entnehmen.

Lässt sich die Reichweite des Scott Sweep erweitern?

Ja. Der Scott Sweep ist kompatibel mit dem Bosch PowerMore 250-Wh-Range-Extender, der zusätzliche Reichweite bietet, wenn der serienmäßige 360-Wh-Akku für geplante Touren nicht ausreicht.

Wie viel Gepäck kann ich mit dem Scott Sweep transportieren?

Das Sweep 10 bietet Seitentaschen-Halterungen für bis zu 8 kg. Sweep 20 und Sweep 20 Wave sind serienmäßig mit einem Racktime-Gepäckträger ausgestattet, der Lasten von bis zu 25 kg trägt. Das maximale Systemgewicht beträgt 130 kg.

Für wen ist das Sweep 20 Wave gedacht?

Das Sweep 20 Wave richtet sich an Stadtfahrer, die besonders häufig auf- und absteigen – etwa im dichten Stadtverkehr. Der tief abgesenkte Rahmen erleichtert den Ein- und Ausstieg, während die Ausstattung identisch mit dem Sweep 20 bleibt.