Auf den Punkt: Volvo Cars und Google haben auf der Google I/O (19.–20. Mai 2025) eine Erweiterung von Google Gemini für Fahrzeuge vorgestellt. Im Volvo EX60 kann der KI-Assistent – mit Erlaubnis des Fahrers – auf die Fahrzeugkameras zugreifen und die Umgebung in Echtzeit analysieren: Verkehrszeichen, Parkregeln, Sehenswürdigkeiten. Zusätzlich integriert Volvo als eines der ersten Unternehmen die immersive 3D-Navigation von Google Maps.
Volvo Cars und Google haben auf der Entwicklerkonferenz Google I/O am 19. Mai 2025 eine neue KI-Funktion für Fahrzeuge präsentiert: Google Gemini erhält im Volvo EX60 Zugriff auf die fahrzeugeigenen Kameras und kann damit die Fahrzeugumgebung in Echtzeit analysieren.
Was kann Gemini mit Kamerazugriff im Fahrzeug?
Die Kernfunktion ist das sogenannte multimodale Verständnis – die Fähigkeit der KI, Sprache, Bilder und Kontext gleichzeitig zu verarbeiten. Gibt der Fahrer die Erlaubnis, greift Gemini auf die Kamera-Feeds des Fahrzeugs zu und wertet aus, was die Linsen erfassen. Konkret bedeutet das: Das System erkennt Verkehrszeichen und Fahrbahnmarkierungen, was besonders auf Auslandsreisen nützlich sein kann, wenn Beschilderungen in einer fremden Sprache oder einem unbekannten Format erscheinen.
Darüber hinaus lassen sich Informationen zu nahegelegenen Sehenswürdigkeiten oder Restaurants direkt über die Sprachsteuerung abrufen – das System kombiniert dabei die Kameraansicht mit dem Kontext der Anfrage. Die Verarbeitung erfolgt über die Neural Processing Engine (NPU) des EX60, einen dedizierten Prozessor für KI-Aufgaben, der diese Berechnungen direkt im Fahrzeug und in Echtzeit ausführt.
Wie hilft das System beim Parken?
Ein konkret ausgearbeiteter Anwendungsfall ist das Parken in städtischen Umgebungen. Gemini liest Parkhinweisschilder aus und interpretiert sie: zeitliche Einschränkungen, Halteverbote, erforderliche Parkgenehmigungen und anfallende Gebühren werden direkt im Fahrzeug angezeigt. Der Fahrer muss nicht mehr selbst die Schilder entziffern oder rätseln, ob ein Bereich kostenpflichtig ist – das System liefert kontextbezogene Informationen genau dann, wenn sie gebraucht werden.
Die Funktion setzt die Erlaubnis des Fahrers voraus und ist an ein Abonnement gebunden. Ergebnisse können je nach Situation variieren, da Gemini auf KI basiert.

Was steckt hinter der immersiven Navigation von Google Maps?
Parallel zur Gemini-Erweiterung integriert Volvo die immersive Navigation von Google Maps – laut Google das größte Update der Kartendienst-App seit über einem Jahrzehnt. Volvo gehört zu den ersten Automobilherstellern, die diese Funktion anbieten.
Das wesentliche Merkmal ist eine neue 3D-Ansicht der Umgebung: Gebäude, Tunnel und Überführungen werden detailliert dargestellt, sodass die Route visuell erfahrbar wird. Besonders in dicht bebauten Innenstädten, wo Häuserfassaden die Sicht auf die Straße einschränken, soll die räumliche Darstellung die Orientierung erleichtern.
Ergänzend dazu setzt die immersive Navigation auf natürlichsprachige Anweisungen, die reale Orientierungspunkte einbeziehen. Statt nur „nach 200 Metern links abbiegen“ gibt das System Hinweise wie „Fahren Sie an dieser Ampel vorbei und biegen Sie nach der Bibliothek links ab“. Das verknüpft das Gesprochene mit dem, was der Fahrer tatsächlich sieht.
In welchen Modellen sind die Funktionen verfügbar?
Die immersive Navigation von Google Maps wird zunächst im Volvo EX60, im Volvo EX90 und im Volvo ES90 angeboten. Der EX60 dient gleichzeitig als Plattform für die Gemini-Kameraintegration.
Die technische Basis bildet die software-definierte Fahrzeugarchitektur des EX60. Die Neural Processing Engine übernimmt die lokale KI-Verarbeitung, während Gemini als multimodales Modell die eigentliche Interpretation von Kamerabild, Sprachbefehl und Kontext übernimmt. Die vorgestellten Konzepte geben laut Volvo einen ersten Einblick, wie kontextbezogene KI-Erlebnisse künftig Teil des Fahralltags werden sollen.
Wie ist die Kooperation zwischen Volvo und Google einzuordnen?
Die Zusammenarbeit zwischen Volvo Cars und Google besteht bereits länger – Android Automotive ist die Basis für das Infotainmentsystem aktueller Volvo-Modelle. Die auf der Google I/O 2025 vorgestellten Funktionen bauen darauf auf und erweitern die Integration in Richtung aktiver Umgebungswahrnehmung durch KI.
Alwin Bakkenes, Leiter der globalen Softwareentwicklung bei Volvo Cars, beschreibt den EX60 als „ideale Plattform, um die Zukunft kontextbezogener Fahrerlebnisse zu erkunden“. Einen konkreten Marktstart-Termin für die Gemini-Kamerafunktion nennt Volvo bislang nicht. Die WLTP-Verbrauchswerte des EX60 liegen zwischen 14,9 und 19,2 kWh pro 100 km.
Häufige Fragen
Was macht Google Gemini im Volvo EX60 neu?
Gemini kann im EX60 – mit Erlaubnis des Fahrers – auf die Fahrzeugkameras zugreifen und die Umgebung in Echtzeit analysieren: Verkehrszeichen, Parkregeln, Sehenswürdigkeiten. Die Verarbeitung erfolgt lokal über die Neural Processing Engine des Fahrzeugs.
Wie hilft Gemini beim Parken?
Das System liest Parkhinweisschilder per Kamera aus und zeigt dem Fahrer direkt an, welche zeitlichen Beschränkungen, Halteverbote oder Gebühren gelten – ohne dass der Fahrer die Schilder selbst interpretieren muss.
Was ist die immersive Navigation von Google Maps?
Eine neue 3D-Ansicht für Google Maps, die Gebäude, Tunnel und Kreuzungen detailliert darstellt und natürlichsprachige Anweisungen mit realen Orientierungspunkten kombiniert. Google bezeichnet es als das größte Maps-Update seit über einem Jahrzehnt.
In welchen Volvo-Modellen gibt es die immersive Navigation?
Die immersive Navigation von Google Maps wird zunächst im Volvo EX60, EX90 und ES90 angeboten.
Wann kommen die neuen Gemini-Funktionen in Volvo-Fahrzeuge?
Volvo hat auf der Google I/O 2025 erste Konzepte vorgestellt. Einen konkreten Marktstart-Termin für die Gemini-Kameraintegration hat das Unternehmen bislang nicht genannt.
