Der indische Batteriewechsel-Spezialist SUN Mobility hat sein Netz auf Afrika ausgeweitet. Den Anfang macht Kenia: In Nairobi und Mombasa sind 35 Quick Interchange Stations in Betrieb, die elektrische Scooter, Motorräder sowie Personen- und Lastendreiräder bedienen. Zum Auftakt sind Fahrzeuge von mehr als zehn Herstellern in das System eingebunden, das auf einer offenen, herstellerübergreifenden Plattform basiert. Fahrer entnehmen die Akkus selbst und tauschen sie manuell gegen geladene Einheiten aus; Identifikation und Verwaltung laufen über eine cloudbasierte Software.
Das Prinzip: Eine gemeinsame Infrastruktur statt proprietärer Insellösungen je Hersteller. Das senkt laut SUN Mobility die Investitionskosten für Partner und soll die Skalierung beschleunigen. Bei gewerblich genutzten Zweirädern mit hohen Tageskilometerleistungen ist der Zeitvorteil gegenüber klassischen Ladevorgängen real. Das Unternehmen verspricht Betriebskosteneinsparungen von 20 Prozent gegenüber Verbrennern bei 100 Kilometern täglich und 35 Prozent bei 150 Kilometern. Konkrete Nutzungspreise nennt SUN Mobility bislang nicht.

Expansion über 4.200 Tankstellen
Für den Ausbau setzt SUN Mobility auf die Partnerschaft mit Vivo Energy, dem Betreiber von mehr als 4.200 Shell- und Engen-Stationen in 29 afrikanischen Ländern. Innerhalb von fünf Jahren will das Unternehmen mehr als 2.500 Wechselstationen errichten und über 160.000 Elektrofahrzeuge versorgen. Das Vorbild ist Indien, wo SUN Mobility über das Joint Venture Indofast Energy gemeinsam mit Indian Oil mehr als 2.000 Stationen in 25 Städten betreibt und nach eigenen Angaben bereits über 70 Millionen Batteriewechsel abgewickelt hat. Ob sich das Modell in Afrika ebenso trägt, hängt davon ab, wie schnell genügend Hersteller und Nutzer auf der gemeinsamen Plattform zusammenkommen.
