Kia macht beim Wechselstromladen Ernst: Acht der 15 vollelektrischen Modelle des koreanischen Herstellers lassen sich ab sofort gegen einen Aufpreis von 990 Euro mit einem 22-kW-On-Board-Charger bestellen. Konkret sind das die SUVs EV2, EV3 und EV5, der Kompaktwagen EV4, die Sportmodelle EV3 GT, EV4 GT und EV5 GT sowie der Elektrotransporter PV5 Cargo. Der Kleinbus PV5 Passenger soll in Kürze folgen. Die Verfügbarkeit ist ausstattungsabhängig.
Der Nutzen ist konkret: Im Vergleich zum verbreiteten 11-kW-Laden verkürzt sich die Ladezeit bei den großen Akkuvarianten um durchschnittlich 46 Prozent. Aus 142 Minuten werden so gut 77 — an einer Säule, die in Deutschland ohnehin weit verbreitet ist. Laut Bundesnetzagentur (Stand Juli 2026) sind 73,5 Prozent der rund 155.000 öffentlichen AC-Ladepunkte hierzulande 22-kW-fähig. Die passende Infrastruktur steht also.
AC-Laden als alltägliche Strategie
Dass Wechselstromladen mehr ist als ein Notbehelf zwischen zwei DC-Stopps, zeigen Zahlen des Ladeservices Kia Charge: Rund 40 Prozent der AC-Ladevorgänge dauern höchstens eine Stunde. Mit doppelter Ladeleistung lässt sich in diesem Zeitfenster spürbar mehr Reichweite nachladen. Dazu kommt der Kostenfaktor: AC-Laden ist in der Regel günstiger als DC-Schnellladen, was den 22-kW-Charger finanziell attraktiv macht. Laut dem Lademarkt-Dienstleister Elvah entfallen 44 Prozent aller öffentlichen Ladevorgänge in Deutschland auf AC. Kia adressiert damit einen Alltagsbedarf, der in der Branchendiskussion oft hinter dem Hype um Hochvolttechnik verschwindet.
