Wer leistungsfähige Rechenleistung bisher mit wuchtigen, kühlerbetonten Chassis assoziiert hat, muss sein mentales Bild gerade aktualisieren. HP hat in Berlin das OmniBook Ultra 16 vorgestellt — und mit ihm den Anspruch formuliert, das dünnste Laptop mit Nvidias neuer RTX-Spark-Plattform auf den Markt zu bringen. Kein Konzept, kein Teaser: Das Gerät soll noch im Herbst erhältlich sein.

RTX Spark: Nvidias Plattform für eine neue Gewichtsklasse
Nvidia hat mit RTX Spark eine Plattform entwickelt, die das Versprechen hochperformanter KI-Berechnungen in schlanke, alltagstaugliche Geräte trägt. Das Konzept dahinter ist eindeutig: keine Kompromisse zwischen Akkuleistung, Formfaktor und KI-Rechenkapazität. Für HP ist RTX Spark die Grundlage zweier Neuheiten, die unterschiedliche Nutzungsszenarien abdecken sollen — das OmniBook Ultra 16 als mobiler Begleiter und der OmniDesk als kompakter Desktop. Beide laufen unter Windows und richten sich an ein Publikum, das mehr von seinem PC erwartet als Office-Produktivität: Entwickler, die mit großen Open-Source-Modellen experimentieren, Kreative mit anspruchsvollen Workflows, und Anwender, die KI-Agenten lokal betreiben wollen, ohne auf Cloud-Infrastruktur angewiesen zu sein.
Dass hohe Rechenperformance und anspruchsvolles Design kein Widerspruch sein müssen, hat Apple mit seinen eigenen Chips über Jahre demonstriert. HP zeigt mit seinen Workstations und Omnibook-Geräten allerdings regelmäßig, dass dieser Gedanke kein Apple-Exklusivrecht ist. Das OmniBook Ultra 16 setzt diesen Kurs konsequent fort — extrem flach, hochwertig verarbeitet, und trotzdem auf ernstzunehmende KI-Workloads ausgelegt.


Ein Zoll tiefer ins Detail: Was das OmniBook Ultra 16 leistet
Das 16-Zoll-Display des OmniBook Ultra 16 nutzt OLED-Technologie mit einer Auflösung von 3K und trägt die VESA-DisplayHDR-True-Black-1000-Zertifizierung — das bedeutet tiefe Schwarzwerte und eine Spitzenhelligkeit, die auch HDR-Inhalte überzeugend darstellen kann. Vier Lautsprecher mit intelligenten Verstärkern sorgen dafür, dass der Audiopart dem visuellen Eindruck nicht hinterherhinkt.

Für den Betrieb anspruchsvoller KI-Modelle sind die Speicherkonfigurationen entscheidend: Das OmniBook Ultra 16 lässt sich mit bis zu 128 GB gemeinsamem Arbeitsspeicher ausstatten und erreicht eine KI-Rechenleistung von bis zu einem Petaflop bei FP4. Das ermöglicht den Betrieb größerer Open-Source- und Open-Weight-Modelle direkt auf dem Gerät, ohne dass Anfragen an externe Server geschickt werden müssen. Für Entwickler, die iterativ an Modellen und Agenten-Workflows arbeiten, ist das ein relevanter Unterschied zum reinen Cloud-Betrieb: Latenz fällt weg, Datenschutzbedenken sind leichter handhabbar, und der Entwicklungszyklus kann schneller getaktet werden.

Thermisch setzt HP bei diesem Gerät erstmals in einem Consumer-Produkt auf eine sogenannte Tower-Hinge- und Trunk-Architektur. Vereinfacht gesagt: Die Konstruktion leitet Wärme effizienter ab, indem sie die Luftzirkulation im Inneren verbessert — kombiniert mit größeren Heatpipes und zwei besonders dünnen Lüftern. Das ist kein kosmetischer Eingriff, sondern eine konstruktive Antwort auf die Frage, wie man dauerhaft hohe Last in einem schlanken Gehäuse beherrscht. Ob das im Alltag so reibungslos funktioniert, wie HP es verspricht, wird der Test zeigen.
Beim Akku setzt HP auf einen 99-Wh-Akku, der eine Laufzeit von bis zu 17 Stunden ermöglichen soll. Die Schnellladefunktion bringt den Akku in rund 30 Minuten auf bis zu 50 Prozent. Für ein Gerät dieser Leistungsklasse sind das ambitionierte Angaben — solche Werte hängen in der Praxis stark von der Art der Nutzung ab, und KI-Berechnungen zählen zu den energieintensiveren Anwendungen.
Der OmniDesk: Desktop-Kraft ohne Kompromiss bei der Größe
Neben dem Laptop kündigt HP mit dem OmniDesk einen kompakten Desktop-PC auf Basis von RTX Spark an. Der konzeptionelle Vorteil eines Desktop-Systems liegt auf der Hand: dauerhaft verfügbare Rechenleistung, ohne Rücksicht auf Akkulaufzeit oder Wärmemanagement im Kleinformat. Das macht den OmniDesk besonders attraktiv für Anwendungsfälle, bei denen KI-Agenten und längere Prozesse im Hintergrund laufen sollen — auch dann, wenn der Nutzer gerade nicht aktiv am System arbeitet. Details zu Konfigurationen, Preis und genauen Spezifikationen folgen zu einem späteren Zeitpunkt. Die Verfügbarkeit ist für April 2027 geplant.


3.299 Euro ab November: Einordnung für den Markt
Das OmniBook Ultra 16 soll noch in diesem Herbst erhältlich sein. Für ein Gerät in dieser Kategorie — OLED-Display, RTX-Spark-Plattform, bis zu 128 GB Speicher — wird sich der Einstiegspreis ersten, leider noch nicht finalen Informationen zufolge wohl im erwartbaren Rahmen für Premium-KI-Laptops liegen. Der direkte Vergleich mit anderen Hochleistungsnotebooks dieser Ausstattungsklasse wird zeigen, wie wettbewerbsfähig HP hier positioniert ist. Klar ist: Die Zielgruppe ist nicht der gelegentliche Browser-Nutzer, sondern derjenige, der den Laptop als ernstes Werkzeug für Entwicklung und Kreativarbeit einsetzt. Der OmniDesk tritt einen Schritt später in den Markt ein und vervollständigt das Portfolio für jene, die ihre KI-Infrastruktur lieber stationär aufbauen wollen.

Mit der Kombination aus OmniBook Ultra 16 und OmniDesk adressiert HP damit zwei unterschiedliche Arbeitsrealitäten: die mobile, die Flexibilität über alles stellt, und die stationäre, die auf maximale Kontinuität setzt. RTX Spark bildet dabei das verbindende Element — und Nvidia die Plattform, auf der HP seinen Anspruch als ernstzunehmender KI-PC-Hersteller untermauern will.
Häufige Fragen
Wann kommt das HP OmniBook Ultra 16 auf den Markt?
Das HP OmniBook Ultra 16 soll voraussichtlich im Herhst erhältlich sein. Der Einstiegspreis ist noch nicht final bekannt.
Was ist Nvidia RTX Spark?
RTX Spark ist eine neue Plattform von Nvidia, die leistungsstarke KI-Berechnungen, Content-Erstellung und Gaming in schlanke Laptops und kompakte Desktop-PCs bringt. Sie unterstützt persönliche KI-Agenten und lokale KI-Anwendungen, inklusive Open-Source-Modelle.
Wie viel Arbeitsspeicher bietet das OmniBook Ultra 16?
Das HP OmniBook Ultra 16 ist in Konfigurationen mit bis zu 128 GB gemeinsamem Arbeitsspeicher erhältlich und erreicht eine KI-Rechenleistung von bis zu einem Petaflop bei FP4.
Wann erscheint der HP OmniDesk?
Der HP OmniDesk mit RTX Spark soll voraussichtlich ab April 2027 verfügbar sein. Angaben zu Preis und genauen Spezifikationen werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.
Wie lang ist die Akkulaufzeit des OmniBook Ultra 16?
HP gibt eine Akkulaufzeit von bis zu 17 Stunden an. Mit der Schnellladefunktion lässt sich der 99-Wh-Akku in rund 30 Minuten auf bis zu 50 Prozent aufladen.
