Jedes Jahr dasselbe Spiel: Apple kündigt neue iPhones an, das Netz spottet über inkrementelle Updates, und trotzdem stehen die Leute Schlange. Beim iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max dürfte das Spotten diesmal etwas schwerer fallen. Denn Apple hat bei dieser Generation nicht an einer großen Schraube gedreht, sondern an gefühlt jeder. Das ist kein billiger Spaß, aber der Eindruck verdichtet sich: Hier wurde wirklich gearbeitet.

Die Kamera mit der ersten verstellbaren Blende im iPhone
Das Herzstück des iPhone 18 Pro ist die neue 48-MP-Fusion-Hauptkamera mit variabler Blende. Sechs lasergeschnittene Lamellen ermöglichen einen sanften Übergang zwischen verschiedenen Blendenöffnungen, und zum ersten Mal kann das iPhone so automatisch reagieren: auf schwaches Licht, auf Gruppenfotos, bei denen die hinteren Reihen scharf bleiben sollen, auf Situationen, in denen ein Bild dieses gewisse Etwas braucht. Wer lieber selbst entscheidet, greift auf vier manuelle Blendeneinstellungen (ƒ/1.48, ƒ/1.8, ƒ/2.8 und ƒ/4.0) direkt in der Kamera-App zu. Das ist keine Spielerei, das ist ein echter Systemwechsel.
Dazu kommen verbesserte Fotografische Stile mit neuen Textur- und Körnung-Parametern, eine neue Computational Imaging Pipeline für schärfere Aufnahmen und erweiterte Videofunktionen: Kinomodus-Effekte lassen sich jetzt nachträglich auf Videos mit bis zu 60 fps anwenden, Zeitrafferaufnahmen entstehen in 4K und Dolby Vision HDR. Neu ist außerdem Apple Referenzbild: Wird ein Foto im Referenzmodus aufgenommen, signiert der Sensor die Pixel, und Private Cloud Compute erstellt daraus ein unveränderliches Referenzbild — ein optionaler Echtheitsnachweis, mit dem sich später visuell abgleichen lässt, ob ein Bild verändert wurde. Eine automatische Manipulationsprüfung aller Fotos ist es nicht. Wichtig für deutsche Leser: Das Aufnehmen von Referenzbildern ist zum Verkaufsstart in der EU nicht verfügbar; vorhandene Referenzbilder lassen sich dort aber entwickeln und anzeigen.



A20 Pro: Der Chip, der nicht schwitzt
Der A20 Pro basiert auf 2-Nanometer-Prozesstechnologie und bringt 50 Prozent mehr Speicherbandbreite als sein Vorgänger. Die 6-Core-CPU integriert Neural Accelerators direkt ins Design, das neue 7-Core-GPU-Design arbeitet bis zu 40 Prozent schneller als beim A19 Pro. Die Dual-16-Core-Neural-Engine verdoppelt die KI-Rechenleistung gegenüber der vorherigen Generation und schiebt damit Apple Intelligence auf ein neues Niveau. Wofür das reicht: für anspruchsvollere On-Device-KI-Aufgaben ebenso wie für grafisch intensive Spiele, die auf aktueller Konsolenhardware zu Hause wären.



Besonders interessant ist, was Apple beim Wärmemanagement gemacht hat. Der Siliziumchip und der Arbeitsspeicher liegen jetzt nebeneinander, nicht übereinander, was den RAM aus dem thermischen Pfad des Chips herausnimmt. Das erlaubt eine direkte Verbindung zur überarbeiteten Dampfkammer mit dreifach größerer Oberfläche als beim iPhone 17 Pro. Ergebnis: laut Apple bis zu 40 Prozent höhere konstante Performance gegenüber der Vorgeneration. Weniger Drosselung, mehr Ausdauer unter Last.
Ergänzt wird das durch den N1-Chip für WLAN 7 und Bluetooth 6 sowie das neue C2-Mobilfunkmodem, das KI-basierte Verbindungsoptimierung mitbringt und dabei 15 Prozent weniger Energie verbraucht als das C1X.
Laufzeiten, die man sich merken möchte
Das iPhone 18 Pro schafft bis zu 34 Stunden Videowiedergabe, das Pro Max sogar bis zu 43 Stunden. Diese Zahlen sind kein Marketing-Beiwerk: Mit bis zu 43 Stunden Videowiedergabe und bis zu 29 Stunden typischer Nutzung (Apple-Angabe) liegt das Pro Max an der Spitze des iPhone-Lineups. Ob es im Alltag für zwei Tage reicht, hängt stark von der Nutzung ab und muss sich in unabhängigen Tests zeigen. Mit einem passenden 60-Watt-USB-PD-Netzteil (mit AVS) lädt das Pro per Kabel in 15 Minuten auf bis zu 50 Prozent; beim Pro Max reichen fünf Minuten am Kabel für rund sieben Stunden Videowiedergabe. Das ist der Typ Ladegeschwindigkeit, der die Entscheidung „Kabel einpacken oder nicht?“ neu gewichtet.
Ab 1.449 Euro: Preise für Überzeugungstäter
Das iPhone 18 Pro startet bei 1.449 Euro, das Pro Max bei 1.599 Euro, jeweils mit 256 GB. Beide Modelle sind in Schwarz, Silber, Polar und Burgunder erhältlich und kommen mit Speicheroptionen bis 2 TB. Vorbestellungen sind ab dem 12. September möglich, in den Läden liegen sie ab dem 18. September. iOS 27 steht ab dem 14. September als kostenloses Update bereit und bringt neben Apple Intelligence auch Liquid-Glass-Designanpassungen, neue Kindersicherungstools und das iPhone-Handoff-Feature für nahtloses Wechseln zwischen zwei iPhones mit derselben Nummer (in Deutschland zum Start nur bei der Telekom).

Günstig ist das alles nicht. Aber wer das iPhone 18 Pro als bloßes Kamera-Upgrade abtut, unterschätzt, was Apple hier zusammengebaut hat: einen neuen Chip, ein neues Wärmesystem, ein neues Modem, eine neue Kameraarchitektur und ein neues Betriebssystem, das das Ganze zusammenhält. Das ist seltener, als es klingt.
Häufige Fragen
Wann ist das iPhone 18 Pro verfügbar?
Vorbestellungen starten am 12. September. Der offizielle Verkaufsstart ist der 18. September in mehr als 65 Ländern, darunter Deutschland. In 20 weiteren Ländern folgt der Start am 25. September.
Was kostet das iPhone 18 Pro?
Das iPhone 18 Pro beginnt bei 1.449 Euro (inkl. MwSt.) mit 256 GB Speicher. Das iPhone 18 Pro Max kostet ab 1.599 Euro. Beide Modelle sind auch mit 512 GB, 1 TB und 2 TB erhältlich.
Was ist die variable Blende beim iPhone 18 Pro?
Die 48-MP-Hauptkamera des iPhone 18 Pro verfügt erstmals über eine echte variable Blende mit sechs lasergeschnittenen Lamellen. Sie passt sich automatisch an Licht und Tiefenschärfe an; manuell stehen vier Blendeneinstellungen direkt in der Kamera-App zur Verfügung.
Wie lange hält der Akku des iPhone 18 Pro Max?
Das iPhone 18 Pro Max erreicht laut Apple bis zu 43 Stunden Videowiedergabe. Fünf Minuten Laden per Kabel sollen für rund sieben Stunden Videowiedergabe reichen; eine volle Ladung ermöglicht bis zu 29 Stunden Nutzung.
Was ist Apple Referenzbild?
Apple Referenzbild ist ein optionaler Echtheitsnachweis: Wird ein Foto im Referenzmodus aufgenommen, signiert der Kamerasensor die Pixel, und Private Cloud Compute erstellt daraus ein unveränderliches Referenzbild, das sich in der Fotos-App mit dem Hauptbild vergleichen lässt. Zum Verkaufsstart ist das Aufnehmen von Referenzbildern in der EU noch nicht verfügbar; vorhandene lassen sich dort anzeigen.
Was bringt der A20 Pro gegenüber dem A19 Pro?
Der A20 Pro bietet 50 Prozent mehr Speicherbandbreite, ein bis zu 40 Prozent schnelleres GPU-Design und doppelte KI-Rechenleistung durch eine neue Dual-16-Core-Neural-Engine. Er basiert auf 2-Nanometer-Prozesstechnologie.
