Auf den Punkt: Hager intercom erweitert sein digitales Türkommunikationssystem: Pro Außenstation lassen sich jetzt bis zu drei externe Kameras einbinden – ONVIF-Geräte werden automatisch erkannt, RTSP-Kameras manuell konfiguriert. Die Video-Innenstation intercom view ist zudem als Tischaufsteller erhältlich, ideal für Büros und Empfangsbereiche. Das System ist DSGVO-zertifiziert und erfüllt die Barrierefreiheitsnorm DIN 18040-2.
Hager erweitert sein digitales Türkommunikationssystem intercom um zwei wesentliche Funktionen: die Einbindung externer Überwachungskameras sowie einen Tischaufsteller für die Video-Innenstation intercom view. Beide Neuerungen richten sich an Wohn- und Gewerbegebäude, in denen die bisherige Konfiguration des Systems an räumliche oder bauliche Grenzen stieß.
Wie funktioniert die Einbindung externer Kameras?
Pro Außenstation des Systems lassen sich neben der integrierten Kamera bis zu drei zusätzliche externe Kameras anbinden. Geräte, die dem ONVIF-Standard entsprechen – einem weit verbreiteten Protokoll für die Interoperabilität von Netzwerk-Videokameras – werden vom System automatisch erkannt. Kameras, die das RTSP-Protokoll (Real Time Streaming Protocol) nutzen, können alternativ manuell konfiguriert werden.
Die Verwaltung der Kameras erfolgt über den Hager intercom Manager. Dort wird festgelegt, welche Kamera als Hauptansicht gilt. Klingelt jemand an der Außenstation, erscheint diese Hauptkamera als erstes Bild – sowohl auf der Innenstation als auch in der Hager-intercom-App. Zwischen den eingebundenen Kameras kann anschließend frei gewechselt werden.
Praktisch ist das vor allem dann, wenn die Außenstation baulich nicht optimal positioniert werden kann oder wenn zusätzliche Außenbereiche – etwa ein Hinterhof, ein Parkplatz oder ein zweiter Eingang – im Blick behalten werden sollen. Das Sichtfeld der Türkommunikation lässt sich so deutlich über den unmittelbaren Türbereich hinaus ausdehnen.

Was ändert sich beim Innengerät intercom view?
Die Video-Innenstation intercom view war bisher ausschließlich für die Wandmontage vorgesehen. Mit dem neu verfügbaren Tischaufsteller lässt sich das Gerät jetzt auch auf Schreibtischen oder Empfangstresen platzieren, ohne Bohrungen oder feste Installation.
Hager nennt Büros, Pförtnerbereiche und Arztpraxen als typische Einsatzszenarien – also Umgebungen, in denen eine Wandmontage entweder nicht erlaubt ist oder schlicht unpraktisch wäre. Für Mehrfamilienhäuser mit einem zentralen Empfangsbereich oder für temporäre Installationen bietet der Aufsteller eine direkte Alternative zur klassischen Montage.

Welche Sicherheits- und Datenschutzstandards erfüllt das System?
Hager intercom ist nach der europäischen Funkanlagen-Richtlinie (RED) konform und wurde von einer externen Prüfstelle auf die Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zertifiziert. Das ist bei vernetzten Türkommunikationssystemen relevant, weil Videodaten von Personen im Eingangsbereich erfasst werden – ein Bereich, in dem Datenschutzbehörden genau hinschauen.
Ein konkretes Designmerkmal in Sachen Datentrennung: Das System läuft über das Gebäudenetzwerk, während Bewohner die zugehörige App über ihr eigenes WLAN einrichten. Das Gebäudenetzwerk bleibt dadurch isoliert; eine Integration von IP-Geräten der Mieter in das Hausnetz ist nicht erforderlich. Der für die Inbetriebnahme benötigte DHCP-Server kann nach dem Setup aus dem Gebäudenetzwerk wieder entfernt werden, was die Angriffsfläche reduziert.
Zusätzlich erfüllt Hager intercom die Anforderungen der DIN 18040-2, der deutschen Norm für barrierefreies Bauen im Wohnbereich. Das umfasst unter anderem Anforderungen an Bedienbarkeit und Erreichbarkeit für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder sensorischen Einschränkungen.
Für wen ist Hager intercom gedacht?
Das System richtet sich primär an Mehrfamilienhäuser, Gewerbegebäude und gemischt genutzte Liegenschaften. Die Kombination aus kabelgebundenem Betrieb über das Gebäudenetzwerk, App-Anbindung für Bewohner und nun erweiterter Kameraunterstützung macht es zu einer Option für Neubauten wie auch für die Modernisierung bestehender Türkommunikationslösungen. Spezifische Angaben zu Preisen oder Verfügbarkeitsterminen für die neuen Komponenten enthält die Produktankündigung nicht.
Häufige Fragen
Wie viele externe Kameras unterstützt Hager intercom pro Außenstation?
Pro Außenstation lassen sich bis zu drei externe Kameras zusätzlich zur integrierten Stationskamera einbinden. ONVIF-kompatible Kameras werden automatisch erkannt, RTSP-Kameras können manuell konfiguriert werden.
Brauche ich für Hager intercom eine separate Bridge oder einen Hub?
Das System läuft über das vorhandene Gebäudenetzwerk. Für die Inbetriebnahme wird ein DHCP-Server benötigt, der danach wieder entfernt werden kann. Eine zusätzliche proprietäre Bridge ist nicht erforderlich.
Ist Hager intercom DSGVO-konform?
Ja. Das System wurde von einer externen Prüfstelle auf DSGVO-Konformität zertifiziert und erfüllt außerdem die Funkanlagen-Richtlinie (RED). Gebäude- und Bewohnernetzwerk werden dabei strikt getrennt betrieben.
Funktioniert die intercom-view-Innenstation ohne Wandmontage?
Ja, mit dem neuen Tischaufsteller lässt sich die Video-Innenstation intercom view auf Schreibtischen oder Empfangstresen aufstellen – ohne Wandmontage. Das ist besonders für Büros, Pförtnerbereiche und Arztpraxen gedacht.
Ist Hager intercom barrierefrei?
Das System erfüllt die Anforderungen der DIN 18040-2, der deutschen Norm für barrierefreies Bauen im Wohnbereich.
