Auf den Punkt: Die Stadt Duisburg hat gemeinsam mit der GEBAG Duisburger Baugesellschaft und dem Düsseldorfer Büro bkp eine rund 440 m² große Pilotfläche auf der Königstraße 63–65 eingerichtet. Dort erproben wechselnde Teams aus verschiedenen Ämtern neue Arbeitsweisen – mit Open Space, Fokusräumen und modularen Möbeln. Die Erkenntnisse sollen in den geplanten Neubau des Duisburger Verwaltungsgebäudes einfließen. Fertiggestellt wurde die Fläche 2024.
Seit 2024 betreibt die Stadt Duisburg auf der Königstraße 63–65 eine rund 440 m² große Testfläche für neue Arbeitsweisen im öffentlichen Dienst. Bauherr ist die GEBAG Duisburger Baugesellschaft mbH, Architektur und Innenarchitektur stammen vom Düsseldorfer Büro bkp GmbH.

Wie funktioniert die Pilotfläche als lebendiges Testlabor?
Das Prinzip ist bewusst auf Rotation angelegt: Alle paar Monate zieht ein neues Team aus unterschiedlichen Ämtern ein. So sammelt die Verwaltung praxisnahe Erkenntnisse darüber, welche Raumkonzepte und Arbeitsstrukturen tatsächlich funktionieren. Die Ergebnisse sollen direkt in die Planung des künftigen Neubaus der Duisburger Stadtverwaltung einfließen – projektverantwortlich auf Seiten der Stadt ist Christine Stelter von der Stabsstelle Neues Verwaltungsgebäude.
Das von bkp entwickelte Konzept folgt vier Leitprinzipien: Offenheit, Orientierung, Atmosphäre und Identität. Im Zentrum steht ein Open Space mit ergonomischen Arbeitsplätzen, ergänzt durch flexible Projektzonen, beschreibbare Wände und digitale Technik. Fokusräume, Lounges, Telefonboxen und ein zentraler Coffeepoint bilden das restliche Raumangebot. Alle Möbel sind modular und frei kombinierbar.
Was steckt hinter dem Gestaltungskonzept „Heimathafen“?
Der größte Binnenhafen Europas – direkt vor der Haustür – diente als gestalterisches Leitmotiv. Sichtbeton, Glas und Holz kombinieren sich mit Akzentfarben in Stahlblau und Ziegelrot. Das Ergebnis wirkt industriell, aber nicht kalt. Klare Sichtachsen und kurze Wege strukturieren die Fläche so, dass Orientierung auch ohne Wegweiser entsteht.
Mitarbeitende wurden von Beginn an einbezogen – in Workshops und Interviews flossen ihre Ideen und ihre Skepsis gleichermaßen in die Planung ein. bkp übernahm dabei neben der Innenarchitektur auch das Arbeitsplatzkonzept, Change Management, Möblierung sowie das Licht- und Farbkonzept.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit beim Umbau?
Die Möbel sind modular und wiederverwendbar – viele Elemente lassen sich nach Ende der Pilotphase andernorts einsetzen. Bestehende Strukturen wurden integriert statt ersetzt, um Ressourcen zu schonen und unnötige Umbauten zu vermeiden. Ein Konzept, das auf Langlebigkeit setzt, ohne auf Funktionalität zu verzichten.

Was soll die Pilotfläche langfristig bewirken?
Die Fläche ist kein Showroom. Sie ist eine Testumgebung, deren Erkenntnisse direkt in den geplanten Neubau der Duisburger Stadtverwaltung einfließen sollen. Welche Zonentypen werden tatsächlich genutzt? Wo entstehen Reibungsverluste? Was lässt sich skalieren? Diese Fragen beantwortet die Pilotfläche durch gelebten Alltag – nicht durch Simulation. Duisburg setzt damit auf einen Ansatz, der Veränderung im laufenden Betrieb erprobt, bevor Millionen in einen Neubau fließen.
