Die Clemson University hat gemeinsam mit BMW das Elektrofahrzeug-Konzept Deep Orange 17, genannt Luminetta, vorgestellt. Der Prototyp ist darauf ausgelegt, während eines typischen Alltags im Stadtverkehr mehr Energie zu erzeugen als zu verbrauchen. Entwickelt wurde er von 16 Masterstudierenden des Automotive-Engineering-Programms der Clemson University am Standort Greenville, South Carolina.
Kern des Fahrzeugs ist ein vollständig integriertes Solarsystem: Mehr als 1.700 Photovoltaikzellen sind direkt in die Außenflächen eingelassen und laden den Akku sowohl während der Fahrt als auch beim Parken. Die Solarzellen entstanden in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE und bleiben laut Entwicklerteam auch bei Teilabschattung aktiv. Bei einem modellierten Tagespendelweg von 20 Kilometern erzielte das Fahrzeug im Schnitt über vier Teststandorte (Greenville, Frankfurt, Madrid, Mumbai) einen solaren Überschuss, der rechnerisch 50 Kilometer zusätzliche Reichweite ermöglicht.
Gewicht als Schlüsselfaktor
Um die Solarenergie-Bilanz positiv zu halten, legten die Studierenden besonderen Wert auf Leichtbau. Der Luminetta wiegt lediglich 550 Kilogramm, rund ein Viertel vergleichbarer Serienfahrzeuge. Das Fahrwerk kombiniert Strukturstahl, Aluminium, Carbonfaser-Träger und 3D-gedruckte Metallverbindungen. Das Außendesign orientiert sich aerodynamisch am Körperbau des Kofferfisches; dazu kommen Rekuperationsbremsen und ein optimiertes Antriebsstrangmanagement. Im Innenraum bietet das Fahrzeug ein eigens entwickeltes HMI-Display sowie Apple CarPlay und Android Auto.
BMW begleitet die Clemson Deep-Orange-Reihe seit deren Anfängen und ist Hauptsponsor des aktuellen Projekts. Die Forschungsarbeiten am Prototypen sollen am Clemson University International Center for Automotive Research (CU-ICAR) fortgesetzt werden. Außerdem ist der Luminetta für die CES 2027 in Las Vegas eingeplant. Die 16 beteiligten Studierenden schließen ihr Masterstudium am 7. August 2025 ab.
