Das neue MacBook Pro von Apple mit PROLED XDR Display bricht mit einer Regel, die am Mac seit Jahrzehnten galt: Man schaut auf den Bildschirm, aber man fasst ihn nicht an. Jetzt reagiert er auf Finger. Ob das ein Gewinn für die tägliche Arbeit ist, ist die spannendste Frage dieser Generation, denn technisch hat Apple an vielen Stellen nachgelegt.

Berühren erlaubt

Touch kommt zum ersten Mal auf den Mac. Man scrollt per Wischgeste durch Webseiten, zoomt mit zwei Fingern in Fotos, zieht Folien per Drag & Drop von einer Präsentation in die nächste und bringt ein Fenster mit Doppeltippen in den Vollbildmodus. Der Touch-Sensor sitzt direkt im Displaypanel und liegt nicht nur darüber, was die Latenz senken soll. Ein neu entwickeltes Scharnier sorgt für mehr Stabilität, eine Videostabilisierung beruhigt das Kamerabild im Videoanruf, wenn man tippt.

Die Zielgruppe ist klar umrissen: Grafikdesigner:innen können das ganze Display als Zeichenfläche nutzen statt nur das Trackpad. Musiker:innen spielen in Logic Pro Software-Instrumente auf einer Multi-Touch-Tastatur samt Akkord- und Drum-Pads. In Final Cut Pro lassen sich Bereiche per Finger markieren, App-Entwickler:innen testen Touch für ihre iOS- und iPadOS-Apps direkt am Gerät. Viele bestehende Apps funktionieren sofort, weil macOS Berührungen als Klicks interpretiert. Tastaturkürzel und Trackpad-Gesten bleiben parallel erhalten.
Unsere Haltung: Abwarten. Ob man Touch im Alltag wirklich braucht, muss sich erweisen. Das MacBook Pro ist kein Convertible, dessen Display sich so klappen ließe, dass man es als Tablet nutzt. Wer am aufgeklappten Notebook den Arm zum Bildschirm streckt, wird das bei Zeichnen und Musik schätzen, beim Schreiben von Mails vermutlich seltener.


Ein Display, das nach Referenz klingt

Das PROLED XDR nutzt Tandem-OLED-Technik mit zwei Ebenen selbstleuchtender Pixel. Es erreicht bis zu 2.000 Nits Spitzenhelligkeit für HDR- und SDR-Inhalte und ein Kontrastverhältnis von 10.000.000:1, ohne Blooming oder Halo-Effekte. Die Bildwiederholrate regelt ProMotion adaptiv zwischen 10 und 120 Hz. Die Display Engine steuert jedes Pixel im Sub-Millisekundenbereich und beobachtet auch dessen Nutzung über die Zeit.
Für Farbarbeit deckt das Panel P3 und erstmals Adobe RGB ab, dazu mehr als 80 Prozent von Rec. 2020. Beide Farbräume liegen in einer Standardvoreinstellung. Mit dem Apple Pro Display Calibrator lässt sich auf Referenzwerte kalibrieren, es gibt Referenzmodi für Kino, Foto, Druck und Design sowie neue DICOM-Modi für medizinische Bilder in Forschung und Lehre. Genlock synchronisiert die Bildwiederholrate mit der Kamera, was bei virtuellen Produktionen helfen soll. Eine Antireflex-Beschichtung ist Standard, optional gibt es Nanotexturglas, das nun direkt ins Deckglas geätzt wird.

Dünner, leichter, und doch voller Leistung

Der effizientere OLED-Stack macht das Gehäuse schlanker: Das 14-Zoll-Modell wiegt 1,38 Kilogramm (rund 230 Gramm weniger), das 16-Zoll-Modell 1,82 Kilogramm (etwa 320 Gramm weniger). Das größere Gerät ist fast einen Millimeter dünner, das kleinere einen halben. Durch schmalere Ränder wachsen die Diagonalen auf 14,2 und 16,3 Zoll. Die Akkulaufzeit beträgt bis zu 24 Stunden, in 30 Minuten lädt das Gerät auf bis zu 50 Prozent.

Unter der Haube stecken M5 Pro oder M5 Max, bis zu 128 GB gemeinsamer Arbeitsspeicher und bis zu 16 TB Speicher. Jeder GPU-Kern enthält einen Neural Accelerator, der etwa einen Coding-Agent mit lokalem Sprachmodell beschleunigen soll. Mit dem M5 Max laufen Sprachmodelle mit Hunderten Milliarden Parametern komplett auf dem Gerät, die Daten bleiben also lokal. Anschlüsse: drei Thunderbolt 5, HDMI, SDXC-Slot, MagSafe und Kopfhörerbuchse, dazu WLAN 7 und Bluetooth 6 über den N1-Chip. Das 6-Lautsprecher-System bringt 50 Prozent tiefere Bässe und ein Audio-Tuning für geschlossenes Display am externen Monitor.
Mobil arbeiten kann man damit also bestens, nur nicht immer online: Auch dieses MacBook Pro hat keinen eingebauten Mobilfunk-Chip. Dass man damit nicht ständig verbunden sein kann, ist schwer zu verstehen. Weder Platz noch Energieverbrauch dürften bei einem Gerät dieser Klasse ein Argument sein.


Dynamic Island und macOS 27
Die Dynamic Island zieht auf den Mac ein, als zentraler Ort für Live-Aktivitäten: Anruf annehmen, Musik pausieren oder eine AirDrop-Anfrage per Fingertipp bestätigen. macOS 27 bringt mit Apple Intelligence unter anderem Safari-Tools, die Tabs nach Themen sortieren, über Preissenkungen informieren oder Erweiterungen aus einer Beschreibung bauen, sowie Kurzbefehle per Beschreibung.


Was der Einstieg kostet

Vorbestellung ist ab 28. Oktober auf apple.com/de/store und in der Apple Store App möglich, ausgeliefert wird ab Freitag, 6. November. Das 14-Zoll-Modell mit M5 Pro startet bei 3.299 Euro, das 16-Zoll-Modell bei 3.899 Euro. Mit M5 Max kostet das 14-Zoll-Gerät ab 5.119 Euro, das 16-Zoll-Gerät ab 5.599 Euro. Im Bildungsbereich beginnen die Preise bei 3.129 Euro. Für Apple Creator Studio gibt es drei Monate kostenlos beim Kauf eines neuen Macs, danach kostet das Abo 12,99 Euro im Monat.

Wer professionell mit Farbe, Video oder Ton arbeitet, bekommt ein sehr ausgestattetes Werkzeug. Wer vor allem Texte und Tabellen bearbeitet, zahlt für Touch und Display vor allem einen Aufpreis für Funktionen, die erst noch beweisen müssen, dass sie den Alltag ändern.
Häufige Fragen
Was kostet das neue MacBook Pro mit PROLED XDR Display?
Das 14-Zoll-Modell mit M5 Pro startet bei 3.299 Euro, das 16-Zoll-Modell bei 3.899 Euro. Mit M5 Max kostet das 14-Zoll-Gerät ab 5.119 Euro, das 16-Zoll-Gerät ab 5.599 Euro. Bildungspreise beginnen bei 3.129 Euro.
Wann ist das MacBook Pro erhältlich?
Vorbestellungen sind ab 28. Oktober möglich, die Auslieferung beginnt am Freitag, 6. November. Es gibt das Gerät in den Apple Stores und bei autorisierten Händlern.
Hat das MacBook Pro einen Touchscreen?
Ja, erstmals bei einem Mac. Der Touch-Sensor ist ins Displaypanel integriert. Tastatur und Trackpad funktionieren weiter. Es ist aber kein Convertible, das Display lässt sich also nicht zum Tablet umklappen.
Wie lange hält der Akku?
Bis zu 24 Stunden, abhängig von Nutzung und Konfiguration. In 30 Minuten lädt das Gerät auf bis zu 50 Prozent.
Welche Chips und Größen gibt es?
Es gibt 14 und 16 Zoll mit M5 Pro oder M5 Max, bis zu 128 GB gemeinsamem Arbeitsspeicher und bis zu 16 TB Speicher.