Auf den Punkt: XPENG hat im Mai 2026 das erste serienproduzierte L4-Robotaxi Chinas vorgestellt. Das Fahrzeug basiert auf dem XPENG GX und arbeitet ohne LiDAR oder hochauflösende Karten – stattdessen steuert das KI-Modell VLA 2.0 das System mit einer Reaktionslatenz unter 80 Millisekunden. Vier Turing-KI-Chips liefern bis zu 3.000 TOPS Rechenleistung. Den Pilotbetrieb plant XPENG für die zweite Jahreshälfte 2026, den vollautonomen Betrieb ohne Sicherheitsfahrer ab Anfang 2027.

XPENG hat die Serienproduktion seines ersten L4-Robotaxi offiziell gestartet. Das in Guangzhou ansässige Unternehmen ist damit nach eigenen Angaben der erste Automobilhersteller in China, der ein Robotaxi auf Basis einer vollständig selbst entwickelten Full-Stack-Technologieplattform in die Massenfertigung überführt.

Was steckt technisch im XPENG Robotaxi?

Das Fahrzeug baut auf dem XPENG GX auf und erfüllt die Anforderungen für autonomes Fahren auf Level 4. Vier Turing-KI-Chips – allesamt von XPENG selbst entwickelt – liefern eine effektive Onboard-Rechenleistung von bis zu 3.000 TOPS. Damit positioniert XPENG das Fahrzeug als mobilen KI-Hochleistungsrechner, der die für vollautonomes Fahren nötige Rechenkapazität direkt an Bord vorhält.

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Ein zentrales Merkmal ist der vollständige Verzicht auf LiDAR-Sensoren und hochauflösende Karten. XPENG setzt stattdessen auf eine sogenannte Pure-Vision-Architektur, die vom neuen KI-Modell VLA 2.0 gesteuert wird. Das Modell arbeitet nach einem End-to-End-Ansatz: Indem klassische Zwischenschritte im Vision-Language-Action-Prozess entfallen, sinkt die Reaktionslatenz auf unter 80 Millisekunden. Gleichzeitig soll die Architektur eine verbesserte Generalisierung ermöglichen – also die Fähigkeit, auch in unbekannten urbanen Umgebungen und grenzüberschreitenden Szenarien zuverlässig zu funktionieren.

XPENG GX Robotaxi auf der Produktionslinie – Serienstart des L4-autonomen Fahrzeugs in China
Drei XPENG GX rollen vom Band: Das Modell bildet die Basis für Chinas erstes serienproduziertes L4-Robotaxi. Quelle: XPENG

Wie ist das Fahrzeug für Fahrgäste ausgestattet?

Neben den Fahrtechnologien hat XPENG das Interieur auf Passagierkomfort ausgelegt. Im Fond befinden sich Zero-Gravity-Sitze, Entertainment-Bildschirme und Sichtschutzglas. Über einen integrierten Sprachassistenten können Fahrgäste Fahrzeugfunktionen individuell steuern und Multimedia-Inhalte abrufen. Das Konzept zielt erkennbar auf ein Premium-Nutzungserlebnis im fahrerlosen Betrieb.

Wann startet der Betrieb – und wie läuft der Weg zum vollautonomen Einsatz?

Die Vorbereitungen für den kommerziellen Betrieb laufen seit Anfang 2026. Im Januar erhielt XPENG die Genehmigung für Straßentests in Guangzhou und begann mit routinemäßigen L4-Testfahrten im öffentlichen Verkehr. Im März 2026 gründete das Unternehmen eine eigenständige Robotaxi-Business-Unit, die Produktdefinition, Forschung und Entwicklung, Tests und operativen Betrieb unter einem Dach bündelt.

Den ersten Pilotbetrieb des Robotaxi-Dienstes plant XPENG für die zweite Jahreshälfte 2026. Ziel dieser Phase ist die Erprobung technischer Skalierbarkeit, Nutzerakzeptanz und Geschäftsmodell. Ab Anfang 2027 strebt das Unternehmen den vollautonomen Betrieb ohne Sicherheitsfahrer an Bord an.

Als ersten globalen Ökosystempartner hat XPENG den Kartendienstanbieter Amap gewonnen. Zusätzlich soll ein eigenes Robotaxi-SDK geöffnet werden, das Drittanbietern die Integration in das System ermöglicht.

XPENG GX Robotaxi-Serienmodell in Produktionshalle neben roter Wand mit Aufschrift „3000TOPS"
Das erste serienproduzierte L4-Robotaxi Chinas basiert auf dem XPENG GX und leistet dank vier Turing-KI-Chips bis zu 3.000 TOPS. Quelle: XPENG

Wie positioniert sich XPENG im globalen Robotaxi-Wettbewerb?

Der Robotaxi-Markt befindet sich im Übergang von Pilotprojekten zu großflächiger Kommerzialisierung. Während zahlreiche Wettbewerber noch auf nachgerüstete Fahrzeuge oder Kleinstserien setzen, bringt XPENG ein ab Werk serienmäßig gefertigtes L4-Fahrzeug auf die Straße. Der Unterschied liegt nicht nur in der Technologie, sondern auch in der Fertigungstiefe: Ein Serienmodell lässt sich schneller skalieren als nachgerüstete Prototypen.

XPENG ordnet das Robotaxi in seine übergeordnete „Physical AI“-Strategie ein. Die zugrundeliegende VLA-2.0-Technologie kommt auch im humanoiden Roboterprojekt IRON sowie im fliegenden Auto des Unternehmens zum Einsatz. Für XPENG ist das Robotaxi damit kein isoliertes Produkt, sondern Teil einer plattformübergreifenden KI-Infrastruktur, die verschiedene Fahrzeug- und Robotik-Anwendungen verbindet.

Zwei XPENG GX Robotaxis in Heckansicht auf dem Werksband – Basis des L4-Serienmodells
Zwei XPENG GX in der Produktionshalle: Das Modell dient als Plattform für Chinas erstes serienproduziertes L4-Robotaxi. Quelle: XPENG

Häufige Fragen

Was ist das XPENG Robotaxi?

Das XPENG Robotaxi ist ein serienproduziertes Fahrzeug auf Basis des XPENG GX mit autonomem Fahren auf Level 4. Es nutzt keine LiDAR-Sensoren, sondern eine Pure-Vision-Architektur mit dem KI-Modell VLA 2.0 und vier Turing-KI-Chips mit bis zu 3.000 TOPS Rechenleistung.

Wann startet der Robotaxi-Dienst von XPENG?

XPENG plant den Pilotbetrieb für die zweite Jahreshälfte 2026. Den vollautonomen Betrieb ohne Sicherheitsfahrer an Bord strebt das Unternehmen ab Anfang 2027 an.

Wo wird das XPENG Robotaxi eingesetzt?

Der Pilotbetrieb startet in China. XPENG hat bereits seit Januar 2026 eine Genehmigung für Straßentests in Guangzhou. Die VLA-2.0-Architektur ist laut XPENG auch für grenzüberschreitende Einsatzszenarien ausgelegt.

Braucht das XPENG Robotaxi LiDAR oder HD-Karten?

Nein. Das Fahrzeug verzichtet vollständig auf LiDAR-Sensoren und hochauflösende Karten. Stattdessen setzt XPENG auf eine Pure-Vision-Architektur, gesteuert durch das End-to-End-KI-Modell VLA 2.0 mit einer Reaktionslatenz unter 80 Millisekunden.

Was ist die VLA-2.0-Technologie?

VLA 2.0 ist das von XPENG entwickelte End-to-End-KI-Modell für das Robotaxi. Es steuert die Pure-Vision-Architektur ohne klassische Vision-Language-Action-Zwischenschritte und kommt auch im Robotik-Projekt IRON sowie im fliegenden Auto von XPENG zum Einsatz.