Jahrelang galt die Laptop-Landschaft als ausgemachte Sache: Windows auf der einen Seite, macOS auf der anderen, ChromeOS irgendwo dazwischen mit begrenztem Anspruch. Google hat jetzt entschieden, dieses Bild zu verändern, und zwar mit einer eigenen Kategorie. Googlebooks heißen die Geräte, die der Konzern gemeinsam mit Acer, ASUS, Dell, HP und Lenovo entwickelt hat – und sie sollen zeigen, was ein Laptop kann, wenn Google die Software-Architektur von Grund auf neu denkt.

Android trifft Chrome OS – eine Plattform, zwei Erblinien

Das Betriebssystem der Googlebooks basiert auf dem Android-Technologie-Stack und kombiniert ihn mit den Desktop-Grundlagen von Chrome OS. Im Kern bedeutet das: voller Zugang zum Google Play Store mit Millionen von Android-Apps, dazu der vollwertige Desktop-Chrome-Browser inklusive Erweiterungen – und all das auf einem System, das von der ersten Sekunde an auf Gemini Intelligence ausgelegt ist.

Ob Google damit gelingt, was Microsoft über Jahre nicht nachhaltig hinbekommen hat, bleibt die entscheidende Frage. Microsofts Versuch, Windows und Windows Phone zu einem nahtlosen Ökosystem zu verschmelzen, ist bekanntlich gescheitert. Google versucht nun genau diesen Spagat – nur mit dem Playbook von Apple als stillschweigendem Vorbild: ein Hardware-Ökosystem, eine gemeinsame Softwarebasis, ein Login. Ob das auf einer Plattform funktioniert, die zwei unterschiedliche Erblinien in sich trägt, wird sich in der Praxis zeigen müssen.

Immerhin: Die Software-Versorgung ist auf zehn Jahre ausgelegt, mit regelmäßigen Feature-Drops und Updates. Das ist ein klares Signal an Käufer, die nachhaltige Investitionen erwarten.

Fünf Modelle, eine Glowbar, null Kompromisse beim Material

Die fünf Flaggschiff-Modelle zeigen, wie unterschiedlich sich das Googlebook-Konzept ausprägen lässt. Das Acer-Modell ist das einzige Convertible im Line-up und wechselt mühelos zwischen Laptop- und Tablet-Modus. ASUS hat das leichteste Gerät geliefert, mit knapp einem Kilogramm der ideale Reisebegleiter. Dell setzt auf ein ausbalanciertes Verhältnis aus Größe, Gewicht und Display. HP priorisiert Ästhetik, zugeklappt wie geöffnet. Lenovo bringt ein 15-Zoll-Modell für alle, die maximale Bildschirmfläche brauchen.

Allen fünf Modellen gemeinsam ist das Bekenntnis zu Premium-Materialien: Aluminium, Magnesiumlegierungen und Kohlefaser bilden das Gehäuse. Die Touchscreens lösen mit bis zu 2,8K auf, OLED-Panels inklusive, hell genug für den Einsatz im direkten Sonnenlicht. Haptische Glas-Trackpads mit nativer OS-Gesten-Unterstützung und beleuchtete Tastaturen gehören zum Standard. Für den Sound sorgen bis zu sechs Lautsprecher mit Dolby-Atmos-Unterstützung, ergänzt durch Mikrofone in Studioqualität.

Und dann ist da noch die Glowbar: das schmale Leuchtband, das Google zurückgebracht hat. Es tanzt beim Hochfahren, zeigt den Akkustand per fließender Bewegung an und reagiert mit Animationen, wenn Gemini aktiv wird. Entwicklerinnen und Entwickler erhalten außerdem Zugang zur Glowbar-API, um eigene interaktive Muster zu gestalten – ein kleines, aber charakteristisches Detail, das Googlebooks von generischen Business-Laptops abhebt.

Googlebook-Laptop: Detailansicht der Tastatur in Dunkelblau und Rückseite mit Kamera und Stifthalter
Das Googlebook zeigt Chrome-OS-Tastatur mit Google-Suchtaste sowie eine integrierte Stifthalterung an der Rückseite. Quelle: Google

Prozessoren mit KI-Fokus, Akku für den langen Tag

Unter der Haube arbeiten je nach Modell Intel Core Ultra Series 3 oder Qualcomm Snapdragon X Elite. Beide Plattformen bringen dedizierte NPUs mit, die mehr als 45 TOPS an lokaler KI-Leistung liefern. Das reicht, um komplexe Gemini-Workflows direkt auf dem Gerät auszuführen, ohne Serveranbindung – und ohne störenden Lüfterlärm, weil die thermische Last durch die effizienten Prozessoren niedrig bleibt. Der Arbeitsspeicher beträgt standardmäßig 16 GB, einzelne Modelle bieten bis zu 32 GB. Die Akkulaufzeit gibt Google mit bis zu 14 Stunden Videowiedergabe und 16 Stunden Webbrowsing an.

Das Smartphone als stiller Mitarbeiter

Die enge Verzahnung mit Android-Smartphones ist das, was Googlebooks konzeptionell von einem gewöhnlichen Chromebook unterscheidet. Bei der Ersteinrichtung werden Einstellungen, gespeicherte Passwörter, WLAN-Netzwerke und Nachrichten Ende-zu-Ende-verschlüsselt direkt vom Smartphone übernommen. Danach laufen beide Geräte im Verbund.

„Weiter auf“ heißt die Funktion, die es erlaubt, am Laptop dort weiterzumachen, wo man auf dem Smartphone aufgehört hat. Wer unterwegs in einer Musik-App einen Mix begonnen hat, öffnet das Googlebook, und der Fortschritt sitzt direkt in der Taskleiste. „Schnellzugriff“ erlaubt, Dokumente und Fotos vom Smartphone zu durchsuchen und zu öffnen, ohne Dateien manuell zu übertragen. „Meine Apps streamen“ geht noch einen Schritt weiter: Smartphone-Apps lassen sich in Desktop-Fenstern bedienen – praktisch für Liefer-Apps oder Zwei-Faktor-Codes, ohne das Gerät in die Hand nehmen zu müssen.

Gemini ist dabei kein aufgesetztes Feature, sondern tief ins System integriert. Der Magic Pointer ruft den Assistenten durch ein kurzes Mauswackeln auf, ohne Fenster-Switching. „Klartext“ wandelt gesprochene Gedanken in strukturierte Texte mit Überschriften, Checklisten und Zusammenfassungen um – auch in mehreren Sprachen. Wer seinen Desktop stärker personalisieren möchte, beschreibt einfach in Alltagssprache, welches Widget er braucht, und Gemini generiert es.

Ab Oktober im Handel – was der Einstiegspreis enthält

Alle fünf Googlebooks sind ab dem 5. Oktober 2026 erhältlich, der Einstiegspreis liegt bei 1.199 Euro. In diesem Preis inbegriffen sind zwölf Monate Google AI Pro mit 5 TB Cloud-Speicher und Gemini Advanced, drei Monate YouTube Premium, Adobe Photoshop, ein kostenloses Jahr GeForce NOW für Cloud-Gaming sowie weitere Dienste. Wer also ohnehin in Googles Dienste-Ökosystem lebt, bekommt zum Hardware-Kauf ein substanzielles Software-Paket dazu.

Ob Googlebooks auf Dauer halten, was der Ansatz verspricht – ein Apple-ähnlich geschlossenes Erlebnis auf einer offenen Plattform – ist eine Frage, die erst der Alltag beantworten wird. Die Hardware-Partner sind gesetzt, die Plattform steht, die Ambitionen sind klar. Der Rest liegt bei den Nutzerinnen und Nutzern, die ab Oktober das Urteil sprechen.

Häufige Fragen

Was sind Googlebooks?

Googlebooks sind eine neue Laptop-Kategorie von Google, entwickelt mit Acer, ASUS, Dell, HP und Lenovo. Sie basieren auf Android und Chrome OS, sind auf Gemini-KI ausgelegt und verzahnen sich eng mit Android-Smartphones.

Ab wann und zu welchem Preis sind Googlebooks erhältlich?

Die Googlebooks sind ab dem 5. Oktober 2026 erhältlich. Der Einstiegspreis liegt bei 1.199 Euro, inklusive zwölf Monaten Google AI Pro mit 5 TB Cloud-Speicher und Gemini Advanced.

Welche Prozessoren stecken in den Googlebooks?

Je nach Modell arbeiten Intel Core Ultra Series 3 oder Qualcomm Snapdragon X Elite. Beide kommen mit NPUs, die über 45 TOPS lokale KI-Leistung liefern.

Wie lange werden Googlebooks mit Updates versorgt?

Das Googlebook OS wird bis zu zehn Jahre lang mit regelmäßigen Feature-Drops und Sicherheits-Updates versorgt.

Welche Hersteller bauen Googlebooks?

Acer, ASUS, Dell, HP und Lenovo fertigen jeweils ein Flaggschiff-Modell. Die Spannbreite reicht vom Convertible über ultraleichte 13,4-Zoll-Geräte bis hin zu 15-Zoll-Produktivitäts-Laptops.

Kann man Android-Apps auf Googlebooks nutzen?

Ja. Googlebooks bieten vollen Zugang zum Google Play Store mit Millionen Android-Apps, viele davon für große Bildschirme und Maus-/Tastatureingabe optimiert – ergänzt durch den vollwertigen Desktop-Chrome-Browser.