EQV
- Reichweite WLTP
- 363 km
- Verbrauch WLTP
- 27.4 kWh/100 km
- Leistung
- 150 kW (204 PS)
- 0–100 km/h
- 12 s
- Vmax
- 160 km/h
- Batterie netto
- 60 kWh
- Laden DC max
- 80 kW
- Laden AC max
- 11 kW
- Antrieb
- FWD
- Sitze
- 7
Alle Daten
Antrieb & Leistung
- Antriebsart
- BEV
- Leistung (kW)
- 150 kW
- Leistung (PS)
- 204 PS
- Antrieb
- FWD
- 0–100 km/h
- 12 s
- Höchstgeschwindigkeit
- 160 km/h
Batterie & Reichweite
- Batterie (netto)
- 60 kWh
- Batterie (brutto)
- 66 kWh
- Reichweite WLTP
- 363 km
- Verbrauch WLTP
- 27.4 kWh/100 km
Laden
- AC max
- 11 kW
- DC max
- 80 kW
- Systemspannung
- 400 V
Karosserie & Markt
- Karosserie
- Kleinbus
- Fahrzeugkategorie
- N - Kleinbus
- Länge
- 5140 mm
- Sitze
- 7
Versicherung (Typklassen)
- Haftpflicht (KH)
- 22
- Teilkasko (TK)
- 24
- Vollkasko (VK)
- 25
- Einstufung
- 2024
Hersteller & Markt
- Konzern
- Mercedes-Benz
- Herkunftsland
- Deutschland
- Marktstart
- 2024
- Status
- bestellbar
- Preis
- ab 58.488 €
- Datenstand
- 3. Juni 2026
Einleitung
Das Angebot an Elektrofahrzeugen wächst stetig. Mit dem EQV liefert Mercedes nun eine überaus reizvolle Alternative für alle, die viele Personen oder großes Gepäck über weite Strecken transportieren wollen oder müssen. Rasthof Ulm, der EQV verlangt nach frischem Strom. Während wir an der EnBW-Säule flott laden, kommt ein Tesla Model X angefahren, und der Fahrer steigt aus. Als sich dann noch die motorisch betriebenen Schiebetüren öffnen und den Blick auf die großzügigen Einzelsitze freigeben, kommt der Fragende ins Schwärmen. "Ich hatte schon mal eine V-Klasse, aber die gab es ja bislang nicht elektrisch. Der ist eine Überlegung wert." Finden wir auch, denn mit dem EQV hat Mercedes einen echten Wohlfühlvan gebaut.
Technik
Der mit 100 kWh (90 kWh nutzbar) satt dimensionierte Akku erlaubt ordentliche Reichweiten. Den Antrieb an der Front übernimmt ein 150 kW (204 PS) starker Elektromotor, der den mit maximal acht Sitzplätzen ausrüstbaren Van serienmäßig auf bis zu 140 km/h beschleunigt. Optional kann man sich aber auch eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h freischalten lassen.
Ladeleistung
Das Laden selbst beherrscht der EQV an DC mit bis zu 110 kW, und das nicht nur auf dem Papier, sondern auch in Realität. Wir sind mit etwa 20 Prozent Akkukapazität vorgefahren, und der Ladevorgang startete sofort mit beeindruckenden 106 kW. Die Ladeleistung blieb dabei sehr lange über 100 kW und war auch gegen Ende unseres Stopps, wir haben bei 90 Prozent aufgehört, noch jenseits der 80er Marke – beeindruckend. Die Identifizierung an der Säule kann dabei wahlweise über die RFID-Karte von me Charge, die App oder sogar das Infotainment MBUX erfolgen. Wir haben die Kartenvariante gewählt und waren in wenigen Augenblicken mit Strom versorgt. An Wechselstrom, beispielsweise einer Wallbox, saugt der Mercedes mit bis zu 11 kW, auch nicht übel.
Fahrleistung
Über die Beschleunigung schweigen sich Pressemeldung und Website aus, doch nach einigem Stöbern ist ein Wert von 12,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu finden. Klingt nicht nach viel, doch im EQV fühlt man sich nie untermotorisiert. Speziell im Sport-Modus zieht der gut 2.600 kg schwere Van ordentlich los, und man fühlt sich lässig motorisiert. Das Handling ist souverän. In und um Stuttgart konnten wir den EQV mit ca. 22 kWh/100 km bewegen, und das trotz des ständigen Auf und Ab der hügeligen Landschaft. Auf der Autobahn waren wir bei gemäßigter Fahrt mit etwa 24 kWh unterwegs – auf der Rückfahrt von Ulm haben wir aber durchaus auch mal die Höchstgeschwindigkeit des Testfahrzeugs von 160 km/h ausgereizt. Am Ende des Tages hatten wir nach etwa 350 km einen durchschnittlichen Verbrauch von 24,5 kWh/100 km im Bordcomputer stehen. Nicht schlecht für so viel Auto. Wer sich vorwiegend in der Ebene bewegt oder gar in der Stadt die Rekuperation ausreizen kann, dürfte noch weitaus bessere Werte erzielen. Die Rekuperation kann man mit den Lenkradwippen in vier Stufen variieren. In der höchsten genießt man fast ein One-Pedal-Driving, in der niedrigsten erinnert das Verhalten an einen Verbrenner. Wer sich keine Gedanken machen möchte, wählt durch einen längeren Zug an einer der beiden Wippen den Automatikmodus, der sich nicht nur an vorausfahrenden Fahrzeugen orientiert, sondern auch die Streckenplanung bzw. Verkehrszeichen mit einbezieht. So wird zum Beispiel vor einem Ortseingang vorausschauend rekuperiert und damit gebremst.
Platzangebot
Wir durften die aktuell kürzeste Variante namens "lang" fahren. Klingt widersprüchlich, hängt aber mit der Vergleichbarkeit mit der V-Klasse zusammen, die es auch in einer sogenannten "Kompakt"-Variante gibt. Der EQV ist 5,11 m "lang" oder wahlweise 5,37 m "extralang". In beiden Versionen lassen sich bis zu sechs Einzelsitze oder als Konfiguration mit zwei 3er-Sitzbänken acht Passagiere unterbringen. Die längere Version bietet dahinter noch mehr Platz für Gepäck. In der 6er-Bestuhlung lassen sich unterschiedlichste Sitzvarianten realisieren: Zum Beispiel können die zweite und dritte Reihe gegenüber stehend montiert werden, was Familien auf der Urlaubsfahrt ebenso erfreuen dürfte wie alle anderen kommunikativen Menschen. Extras wie ein versetzbarer Tisch komplettieren das Reiseerlebnis, ein großes Glasdach sorgt für maximalen Ausblick. Optional lässt sich das Luftfahrwerk AIRMATIC ordern, das bei hohen Geschwindigkeiten die Karosserie automatisch absenkt und auf rauem Untergrund deutlich mehr Komfort bietet. Dazu gesellen sich Annehmlichkeiten wie ein Soundsystem von Burmester. Die flexible Bestuhlung lässt sich leider nicht mit Ausstattungen wie einer Sitzheizung für die hinteren Plätze kombinieren, aber das dürfte die serienmäßige Vorklimatisierung wettmachen.
Infotainment
Idealerweise nutzt man für seine Fahrten die Onboard-Navigation des MBUX. Dadurch hat man nicht nur Zugriff auf aktuelle Stauinformationen, sondern kommt auch in den Genuss der Routenplanung inklusive der notwendigen Ladestopps. Liegt das Ziel außerhalb der elektrischen Reichweite, werden die entsprechenden Ladestationen gleich in die Routenplanung mit integriert, und es gibt sogar eine Empfehlung, wie weit man den Akku wieder laden soll, um stressfrei den nächsten Ladestopp zu erreichen. Dabei berücksichtigt der EQV die Topographie der Route, aktuelle Verkehrs- und Wetterdaten und die Verfügbarkeit der Ladestationen sowie deren Geschwindigkeit. Das Ladeprogramm von Mercedes namens me Charge unterstützt mittlerweile Stationen von mehr als 300 Betreibern, darunter natürlich auch die des Ionity-Netzes.
Ausstattung
Mit knapp 70.000 Euro ist der Preis allerdings nicht so hoch, wie man annehmen sollte. Wer ernsthaft den Konfigurator bemüht, kann aber auch leicht 80.000 Euro und mehr erzielen.
Fazit
Mit dem EQV hat Mercedes ein sehr gelungenes Fahrzeug abgeliefert. Nicht nur in der noch dünn besiedelten Klasse der Vans, sondern als Elektroauto überhaupt. Der aufgrund des Raumkonzeptes unschlagbar hohe Alltagsnutzen geht hier mit ordentlicher Reichweite einher. Dazu kommt die dezente Dosis Luxus, die den EQV von der elektrischen Verwandtschaft wie dem e-Vito unterscheidet. Luxus im Van-Segment trifft auf hohe Reichweite und komfortables Laden. Wer ein Transportmittel für Viele oder Vieles sucht, sollte hier ernsthaft hinschauen. Der Raumtransporter fährt sich zudem ausgesprochen bequem, macht also auch dem Fahrer Spaß.
Videos 1
Tests
Im Heft erschienen
Vorgestellt in
- Vorgestellt in Electric Drive 06/2020, S. 62 — Der Van mit elektrischen Genen