EQA
- Reichweite WLTP
- 560 km
- Verbrauch WLTP
- 14.4 kWh/100 km
- Leistung
- 140 kW (190 PS)
- 0–100 km/h
- 8.6 s
- Vmax
- 160 km/h
- Batterie netto
- 70.5 kWh
- Laden DC max
- 102 kW
- Laden AC max
- 11 kW
- Antrieb
- FWD
- Sitze
- 5
Versionen im Überblick 3
Alle Versionen nebeneinander — beste Werte pro Zeile hervorgehoben. Über den Stern nimmst du eine konkrete Version in den Vergleich auf.
| 250plus Basis | 300 4MATIC | 350 4MATIC | |
|---|---|---|---|
| Preis ab | 52.205 € | 53.520 € | 56.424 € |
| Reichweite WLTP | 560 km | 459 km | 459 km |
| Verbrauch WLTP | 14,4 kWh/100 km | 16,7 kWh/100 km | 16,7 kWh/100 km |
| Leistung | 140 kW · 190 PS | 168 kW · 228 PS | 215 kW · 292 PS |
| 0–100 km/h | 8,6 s | 7,7 s | 6 s |
| Vmax | 160 km/h | 160 km/h | 160 km/h |
| Batterie netto | 70,5 kWh | 66,5 kWh | 66,5 kWh |
| Batterie brutto | 73,9 kWh | 69,7 kWh | 69,7 kWh |
| Laden DC max | 102 kW | – | – |
| Laden AC max | 11 kW | 11 kW | 11 kW |
| Antrieb | – | AWD | AWD |
Alle Daten (250plus)
Antrieb & Leistung
- Antriebsart
- BEV
- Leistung (kW)
- 140 kW
- Leistung (PS)
- 190 PS
- Antrieb
- FWD
- 0–100 km/h
- 8.6 s
- Höchstgeschwindigkeit
- 160 km/h
Batterie & Reichweite
- Batterie (netto)
- 70.5 kWh
- Batterie (brutto)
- 73.9 kWh
- Reichweite WLTP
- 560 km
- Verbrauch WLTP
- 14.4 kWh/100 km
Laden
- AC max
- 11 kW
- DC max
- 102 kW
- Systemspannung
- 400 V
Karosserie & Markt
- Karosserie
- SUV
- Fahrzeugkategorie
- JC - Kompaktklasse
- Länge
- 4463 mm
- Sitze
- 5
- Variante
- 250plus
Versicherung (Typklassen)
- Haftpflicht (KH)
- 17
- Teilkasko (TK)
- 21
- Vollkasko (VK)
- 22
- Einstufung
- 2024
Hersteller & Markt
- Konzern
- Mercedes-Benz
- Herkunftsland
- Deutschland
- Marktstart
- 2023
- Status
- bestellbar
- Preis
- ab 52.205 €
- Datenstand
- 3. Juni 2026
Auch im Heft
Den Test gibt's als Video — und im Heft (Electric Drive 02/2021).
Einleitung
Endlich ist er da, der EQA. Der kleine Bruder des bewährten, aber recht hochpreisigen EQC soll das Thema Elektromobilität einer breiteren Zielgruppe erschließen, und wir hatten Ende Februar rund um Stuttgart die Möglichkeit zu einer ausgiebigen Testfahrt.
Design
Der EQA ist ein naher Verwandter des GLA, das ist augenscheinlich. Insofern teilt er sich mit seinem Verbrenner-Bruder alle wesentlichen Merkmale wie Abmessungen und natürlich die bewährte Optik. Das mag Vertreter der reinen Elektrolehre enttäuschen, es ist aber ein guter Schritt, um einer noch konventionell denkenden Klientel den Schritt in die Elektromobilität zu erleichtern. Markantestes, äußerliches Merkmal des emissionsfreien Antriebs ist sicherlich der geschlossene Kühlergrill, von Mercedes liebevoll Black Panel Grill genannt. Ein weiterer Indikator dafür, was da vor oder hinter einem fährt? Das durchgehende Leuchtenband vorne wie hinten sowie blaue Streifen in den Scheinwerfern. Dank gewohnt guter Mercedes-Qualität und -Funktionalität findet man sich direkt zurecht. Stylische Elemente, wie die runden Luftauslassdüsen in charakteristischen EQ-Farben, ergänzen das bekannte Interieur des GLA zu einem modernen Look. Ein gelungener Materialmix aus hochwertigen Oberflächen, dazu in unserer Ausstattung Leder und Applikationen in Carbon-Optik, machen einen überaus wertigen Eindruck. Die Bedienelemente sind hervorragend angeordnet, ganz, wie man es von Mercedes kennt. Es sind viele Kleinigkeiten, die die typischen Qualitäten von Mercedes demonstrieren. Da sind z.B. Die Lüftungsdüsen, die sich hervorragend anfühlen und satt in ihren Halterungen drehen lassen. Es kommt nirgendwo das Gefühl auf, dass günstige oder gar billige Materialien verwendet wurden. Das beginnt beim Fahrerdisplay, das sehr fein aufgelöst ein hervorragendes UI anzeigt und bei dem man jedem Pixel anmerkt, dass sich hier die Entwickler viele Gedanken gemacht haben. Die Integration der beiden Bildschirme, die gefühlt einen großen Bildschirm darstellen, ist perfekt und in dieser Klasse immer noch Maßstab setzend. Generell ist die Anfassqualität aller Dinge von der kleinen Fachabdeckung über den Automatik-Wählhebel bis hin zu Fensterhebern oder der Sitzverstellung einfach eine Klasse für sich.
Technik
Der EQA 250 ist übrigens nur das erste Modell der Baureihe. Mercedes hat bereits stärkere Varianten mit über 200 kW Leistung und Allradantrieb angekündigt. Bei diesen wird dann ein zweiter Motor an der Hinterachse verbaut sein, der Spurtstärke und Leistung steigert – auch im Hinblick auf mögliche Anhängelasten. Auf der anderen Seite soll eine Variante mit noch mehr Reichweite das Portfolio abrunden. Genannt wurden mehr als 500 km, und zur Erreichung dieses Ziels soll nicht die Batteriekapazität gesteigert werden. Die Batterie im Unterboden bietet eine nutzbare Kapazität von 66,5 kWh. Der WLTP-Verbrauch ist mit 17,7 kWh/100 km angegeben. Die Reichweite – ebenfalls nach WLTP – beträgt 426 km.
Ladeleistung
Was das Laden angeht, bietet der EQA standesgemäße Werte: Per AC fließen bis zu 11 kW in die Batterie, an Gleichstrom sind es bis 100 kW. Das ist solide, aber nicht spektakulär. Die im Alltag relevante Ladezeit an DC von 10 auf 80% beträgt 30 Minuten, an der Wallbox mit 11 kW sind knapp sechs Stunden veranlagt, hier wird üblicherweise der Wert von 10 auf 100 Prozent gezählt. Beim Laden nutzt der EQA dafür eine Strategie, die auch der EQC schon beherrscht hat. Wenn man die Routenplanung mit der Onboard-Navigation vornimmt, dann schlägt diese bei Strecken außerhalb der Reichweite entsprechende Ladepunkte vor, die vom Ladesystem des Dienstes mercedes.me abgedeckt sind, und sorgt vor Erreichen dieser Ladepunkte jeweils dafür, dass die Batterie optimal vortemperiert ist, um mit maximaler Leistung laden zu können. Navigiert man hingegen nicht mit der eingebauten Navigation und fährt eine Ladestation an, sorgt die Bordelektronik dafür, dass gegebenenfalls der Strom aus der Ladesäule erst zum Temperieren der Batterie und dann zum Ladevorgang verwendet wird. Natürlich kommen auch EQA-Kunden in den Genuss der günstigen IONITY-Tarife und können an den High-Power-Ladesäulen des Verbundes für faire 0,29 € je Kilowattstunde laden.
Fahrleistung
Was Leistung angeht, hat man beim EQA 250, den wir gefahren sind, keinerlei Grund zur Klage. Sie ist mit nominell 140 kW bzw. 190 PS mehr als ausreichend vorhanden. Beschleunigungsvorgänge gehen elektrotypisch lässig von der Hand, und das auch bei höheren Tempi bis hinauf zur Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Hier ist der EQA im Sinne guter Reichweiten und der allgemeinen Vernunft abgeregelt. Man mag das kritisieren, aber im Alltag benötigt man ohnehin selten Geschwindigkeiten oberhalb dieses Wertes, insofern geht das völlig in Ordnung. Der Elektroantrieb an der Vorderachse mobilisiert vom Start weg ein Drehmoment von 375 Nm. Das bedeutet beim Spurt einen Wert von 8,9 Sekunden auf 100 km/h. Nicht schlecht für ein Fahrzeug mit 2.040 kg Leergewicht, aber ein Sportwagen will der EQA auch gar nicht sein. Beim EQA 250 sind es immerhin 750 kg, die angehängt werden dürfen. Die für viele wichtigere Stützlast – beispielsweise für Fahrradträger – liegt bei immerhin 80 kg. Thema Rekuperation: Wie vom EQC schon bekannt, lässt sich die Energierückgewinnung in vier Stufen manuell variieren; das macht man mit den Wippen am Lenkrad. Am besten lässt man diesen Part aber die Automatik übernehmen, die durch einen langen Zug an einem der Wählhebel aktiviert wird. Diese bezieht sowohl die Route als auch den umgebenden Verkehr in die Kalkulation mit ein, sodass man vor Kurven oder Kreisverkehren automatisch durch Rekuperation abgebremst wird und damit die Energiebilanz verbessert. Unterhaltsamerweise lag unser Durchschnittsverbrauch exakt bei den 17,7 Kilowattstunden, die der EQA laut WLTP haben soll. Die Testfahrt rund um Stuttgart umfasste einen guten Mix aus Stadt, Landstraße und Autobahn. Allerdings mit viel auf und ab – ebene Strecken gehören nicht zu den Stärken der Region. Insgesamt steht dieser Wert in einer absolut guten Relation zur Fahrzeuggröße und zum Gewicht. Wir hatten bei unserer Testfahrt allerdings auch weitestgehend optimale Bedingungen: Trockene Straßen, ca. 20 Grad Außentemperatur, Sonnenschein und die Option, sogar hier und da noch die Klimaanlage auszuschalten, um damit die Reichweite noch weiter zu optimieren. Die Fahrwerksabstimmung ist betont komfortabel, man könnte auch sagen: weich. Insofern passt sie aber hervorragend zum Charakter des EQA, der sich sehr behütend und kommod anfühlt, egal was man tut. Das gilt auch für die sanft aber immer wieder nachdrücklich einsetzenden Assistenzsysteme, die rechtzeitig vor Ortseinfahrten daran erinnern, wenn die Geschwindigkeit zu hoch ist und man diese besser anpassen sollte. Als Kritikpunkt könnte man anmerken, dass man sich manchmal zu behütet fühlt. Wenn man beispielsweise zur Kurvenhatz auf der Landstraße ansetzen will, dann merkt man, dass einen die einsetzenden elektronischen Helfer schnell wieder auf die Spur zurückbringen wollen. Auch die Vorfreude auf die nächste Kurve wird dann mitunter von der Geschwindigkeitsregelung im wahrsten Sinne des Wortes ausgebremst. Wer also solche Pläne hat, sollte die entsprechenden Assistenten in den schick gestalteten Menüs des EQA zumindest temporär in Kurzarbeit schicken.
Platzangebot
Als Crossover vereint der EQA den so beliebten Hauch von Abenteuer in Sachen Optik mit einem ausgesprochen soliden Platzangebot. Man kann dem EQA attestieren, dass er ausreichend Platz für vier Erwachsene bietet: Selbst wenn ein ausgewachsener Fahrer vorne links sitzt, hat man hinten noch mehr als genug Raum für die Beine.
Infotainment
Zur Steuerung des Menüs beispielsweise kann man den Touchscreen nutzen, aber auch die beiden berührungssensitiven Flächen im Lenkrad. Als weitere Option gibt es das Touchpad auf der Mittelablage mit den ergänzenden Hardkeys, die man nach kurzer Eingewöhnungszeit gewissermaßen blind bedienen kann. Zu guter Letzt bleibt noch die Möglichkeit, alles per Sprachsteuerung zu kontrollieren – Hey Mercedes, und man hat alle wesentlichen Funktionen im Griff. Umfang und Qualität des Infotainments sind gewohnt opulent. Abgesehen davon, dass unser Fahrzeug über eine Burmester Ausstattung verfügt, sind die üblichen Quellen anwählbar, sprich Bluetooth vom Handy, USB für die diversen angeschlossenen Devices. DAB+ ist ebenfalls an Bord und natürlich auch Musik per Streaming, die in diesem Fall von Amazon Music. Zur Stromversorgung finden sich vorne ein USB-C-Port und eine 12 Volt Steckdose, zwei weitere USB-C-Ports sind in der Mittelarmlehne versteckt; auch hier lassen sich Geräte anschließen oder aufladen. Für die Passagiere hinten gibt es einen weiteren USB-C-Port im unteren Teil der Mittelarmlehne. Das Infotainment System gehört zu denen auf dem Markt, die man den Kunden ruhigen Gewissens ans Herz legen kann. Beginnend bei der Vielfalt an Optionen bis hin zur wirklich ausgezeichneten Navigation mit aktuellen Verkehrsdaten und der Möglichkeit, dass die Richtungsanweisung per AR über das Bild der Frontkamera gelegt werden, sind beeindruckend. Spätestens damit erkennt man genau, in welche Straße man abbiegen soll oder welche Ausfahrt beim Kreisverkehr die richtige ist. Assistenzsysteme sind, wie bei Mercedes üblich, in jeder erdenklichen Form vorhanden. Besonders komfortabel im Alltag ist die Distronic mit Spurhalte-Funktion, die ihren Job extrem gut macht, da sie auch mit Navigationsdaten und der Schildererkennung zusammenarbeitet. Das bedeutet, dass vor Ortseinfahrten vorausschauend bereits die Geschwindigkeit gesenkt wird und das System auch vor Geschwindigkeitslimit auf Autobahnen oder Landstraßen reagiert, wenn diese bekannt sind. Spätestens setzt das System aber beim Erkennen der Schilder ein und drosselt das Tempo entsprechend. Nach dem Tempolimit wird die Geschwindigkeit selbständig wieder auf das vorgegebene Limit raufgesetzt. Dazu kommen natürlich die üblichen Assistenzsysteme, die vor Kollisionen warnen und das vor- wie auch rückwärts. Unbeabsichtigtes Verlassen der Fahrspur ahndet die Elektronik ebenso nachdrücklich.
Ausstattung
Der EQA startet in der 250er-Version bei einem Listenpreis von 47.540 Euro. Insofern ist er voll förderfähig, sprich: Interessenten können den maximalen Förderbetrag von gut 9.000 Euro abziehen, womit der EQA dann unter 40.000 Euro einsteigt. Damit ist batterieelektrische Mobilität nun bei Mercedes in eine neue Preisklasse vorgedrungen, die den Stern in absolut bezahlbare Sphären holt.
Fazit
Insgesamt muss man dem EQA attestieren, dass er, wie nicht anders zu erwarten, ein hervorragend abgestimmtes Auto ist, und das betrifft sowohl den hervorragenden Motor als auch das Fahrwerk und das Zusammenspiel aller Komponenten. Man fühlt sich nicht nur sicher, sondern auch sehr wohl und hat eine extrem gute Qualitätsanmutung, sodass auch der Preis in einer tadellosen Relation zum gebotenen steht. Grundsätzlich fühlt man sich im Innenraum sehr gut aufgehoben. Mit dem EQA stößt Mercedes in Sachen vollelektrischer Mobilität in neue Dimensionen vor - in absolut bezahlbare. Dabei muss man jedoch kaum Kompromisse eingehen. Ein überaus gelungenes Auto.
Videos 4
Tests
Vorstellungen
Weitere Videos
Im Heft erschienen
Getestet in
- Getestet in Electric Drive 02/2021, S. 34 — Mercedes EQA 250
- Getestet in Electric Drive 01/2021, S. 32 — Mercedes-Benz EQA