Vans haben in der Elektrowelt lange ein Schattendasein geführt. Der VW ID.Buzz hat das geändert, jedenfalls optisch. Nun tritt Hyundai nach: Ab sofort können Kunden in Deutschland den STARIA Elektro bestellen, den ersten vollelektrischen Van der Koreaner überhaupt. Das Besondere dabei ist nicht nur, was er kann, sondern wie er dabei die Latte für die Konkurrenz legt.
Zwanzig Minuten, und weiter geht’s
Die technische Kernbotschaft des STARIA Elektro ist die 800-Volt-Architektur. Dieselbe Technologie, die Hyundai bereits im IONIQ 5 und IONIQ 6 etabliert hat, kommt jetzt im Van-Format an. Das bedeutet konkret: Die 84-kWh-Batterie lädt unter optimalen Bedingungen in nur 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Zum Vergleich: Der VW ID.Buzz setzt weiterhin auf 400-Volt-Technik und braucht für denselben Ladevorgang laut Volkswagen-Angaben rund 26 bis 29 Minuten, je nach Variante. Das klingt nach wenig Unterschied, macht im Alltag auf der Autobahn aber spürbar etwas aus, gerade wenn sechs oder acht Passagiere ungeduldig werden.
Die Reichweite liegt bei bis zu 430 Kilometern nach WLTP, bei einem kombinierten Verbrauch von 21,8 kWh/100 km. Für einen vollbesetzten Neunplätzer mit 2.000 Kilogramm Anhängelast sind das ordentliche Werte. Die Höchstgeschwindigkeit von 184 km/h macht auch längere Autobahnstrecken zur Routineangelegenheit.

Platz für alle, Stauraum für alles
Wo der ID.Buzz als Fünfsitzer startet und im langen Radstand maximal sieben Plätze bietet, geht der STARIA Elektro von Beginn an bis neun Sitze. Das Gepäckraumvolumen im Neunsitzer beträgt 1.303 Liter, dazu kommt ein 24-Liter-Frunk unter der vorderen Haube für Ladekabel und Kleingepäck. Verschiebbbare Sitze in der zweiten und dritten Reihe erlauben flexible Konfigurationen. Der ID.Buzz trumpft in seiner Langversion mit bis zu 2.469 Litern Stauvolumen, wenn man die hinteren Reihen umlegt, aber als Van für reale neun Passagiere ist er schlicht kein Gegner für den STARIA.
Die Anhängelast von 2.000 Kilogramm ist ein weiteres praktisches Argument. Ob Pferdeanhänger, Boot oder Wohnwagen: Der STARIA Elektro zieht, was andere Van-Konzepte eher zögerlich angehen. Der ID.Buzz kommt je nach Variante auf 1.000 bis 1.800 Kilogramm.

Preis und Ausstattung: Der Aufpreis hat Substanz
Mit einem Einstiegspreis von 57.450 Euro für den STARIA Elektro Trend liegt Hyundai spürbar über dem ID.Buzz, der aktuell ab rund 50.000 Euro startet. Rund 7.500 Euro mehr, dafür bekommt man aber auch deutlich mehr Auto. Bereits in der Basisvariante Trend sind Wärmepumpe und Batterieheizsystem serienmäßig an Bord, ebenso ein 12,3-Zoll-Cockpit-Display, kabelloses Apple CarPlay und Android Auto sowie eine Rückfahrkamera mit Einparkhilfen vorne und hinten.
Wer mehr möchte, greift zur Prime-Linie ab 63.650 Euro, die beide optionalen Pakete der Einstiegsvariante bereits integriert hat, inklusive elektrischer Schiebetüren, Navigationssystem und Lederpolsterung. An der Spitze steht der Calligraphy ab 66.950 Euro als Siebensitzer mit Nappaleder-Interieur, BOSE-Soundsystem und Komfort-Einzelsitzen in Reihe zwei.

Ein Segment, das jetzt ernst genommen wird
Die Weltpremiere auf der Brussels Motor Show Anfang Januar 2026 war das Ankündigen, der Bestellstart heute das Einlösen. Hyundai hat sich mit dem STARIA in den vergangenen Jahren im deutschen Markt als seriöser Van-Anbieter etabliert: Fünf Siege in Folge in der Importwertung der Van-Kategorie beim „Best Cars“-Award sprechen für sich. Die elektrische Variante tritt nun mit den technischen Argumenten an, die in diesem Segment tatsächlich zählen: Platz, Reichweite und kurze Ladezeiten. Dass beides auf einmal zu haben ist, und das mit 800-Volt-Technik in einem Van-Format, ist keine Selbstverständlichkeit.
Der Antrieb übernimmt ein 160 kW (218 PS) starker Elektromotor mit Frontantrieb. Kein Allrad, keine spektakuläre Beschleunigung. Aber das ist auch nicht die Aufgabe dieses Fahrzeugs. Seine Aufgabe ist, Familien und Vielfahrer entspannt und schnell wieder geladen ans Ziel zu bringen. Darin scheint er gut gerüstet.
